Tetka. Wie kam's?
Libussa (sich aufrichtend).
In all der Zeit
Als ich an seinem Bette saß und wachte,
Da schwebte vor den Augen des Gemüts,
Hatt' ich's gehört nun, oder wußt' ich's sonst,
Das Bild mir einer Blume, weiß und klein,
Mit siebenspalt'gem Kelch und schmalen Blättern;
Die gib dem Vater, sprach's, und er genest.
In feuchten Gründen, schien es, wachse sie,
Das Tal von Budesch mußt' ich immer denken.
Da nahm ich Korb und Griffel und ging hin.
Ich suchte und er starb. Solang ich lebe
Will büßen ich die unfreiwill'ge Schuld,
Und dies mein Aug', es sei vom heut'gen Tag
Geweiht den Tränen um den Edlen, Guten.
Tetka (sie umarmend).
Ja wohl Libussa, Trauer sei und Klage
Geschäft uns und Erholung allen Drei'n.
Kascha. Sag Zwei'n.
Libussa (gereizt).
Warum? Wen schließest du nur aus?
Kascha. Die, welcher obliegt mehr als ihn beklagen:
Zu folgen ihm in seiner harten Pflicht.
Des Czechenvolkes Erste sind im Schloß;
Sie fordern von Fürst Krokus Töchtern eine
Als Herzogin für das verwaiste Land.
Libussa. Nehmt ihr's, ich nicht!
Kascha. So sprachen wir schon beide.
Doch sähe gern der Vater unvollendet
Was er für dieses dunkle Volk getan?
Und heißt es sein Gedächtnis hoch nicht ehren,
Fortsetzen, wenn auch schwach, was er begann?
Libussa. Doch welche nimmt's?
Kascha. Laßt denn das Los entscheiden.