Libussa. Wie nur?
Kascha. So hört was ich mir ausgedacht.
Uns jeder gab der Vater, der nun tot,
Am Jahrestag von unsrer Mutter Scheiden
Ein kostbar Kleinod mit der Eltern Bild
In halberhobner Arbeit dargestellt,
Als Gürtel eingefaßt in goldne Spangen.
Und da die Zierde gleich, so sagt der Name
Der Eignerin mit Sorgfalt eingeprägt:
Libussens bin ich, Tetkas oder Kaschas.
Die Gürtel nun, des Vaters letzte Gabe
Und geistiges Vermächtnis noch dazu—
Sprach er doch ja: so oft ihr sie vereint,
Will ich im Geist bei euch sein und mit Rat—
Laßt legen uns in diese Opferschale.
Tetka, die Ernste, trete dann hinzu
Und deren Namen, blind sie greifend, faßt,
Die ist befreit, und also auch die Zweite.
Der Dritten Gürtel wird zum Diadem
Sie folgt, ob ungern, in die Fürstenwohnung.
Seid ihr's zufrieden?
Libussa (Barett und Mantel abgebend und in Bauerntracht dastehend).
Wohl.
Tetka. Libussa, du?
Wie sonderbar gekleidet.
Libussa (sich betrachtend).
Sonderbar?
Vergaß ich's doch beinah! Je, gute Tetka,
Der Zufall kommt und meldet sich nicht an,
Auftauchend ist er da; und wohl uns, wenn beim Scheiden
Er äußerlich verändert nur uns läßt.
Das Kleid ist warm, und also lieb ich es.
Tetka. Doch wir—?
Libussa (das Geschmeide vom Halse nehmend).
Hier ist mein Gürtel.
Tetka (ihren Gürtel ablösend).
Hier der meine.
Kascha (Libussens Geschmeide nehmend).
Am Hals?
Libussa. Und doch er selbst, wie ich dieselbe.