(Zu dem Weibe mit dem Kinde.)
Ah, Gute! und dein Kind! Ist's nun gesund?
Und machten jene Kräuter es genesen?
Doch eine Narbe noch, hier nächst der Stirn!
Nimm Pfeilwurz, wie es auf den Wiesen wächst
Und drück ihms an die Stirne wiederholt
Und sag dazu: in Gottesnamen.—Gut!
Auch gibt's hier eine Hochzeit sagt man mir.
(Das Tänzerpaar von vorher und der Vater treten näher.)
Ei, alter Risbak, fühlst du dich erweicht
Und nennst sie Mann und Weib das hübsche Paar?
Du tust sehr wohl, sie sind einander wert.
Denn was du immer sprachst von arm und reich
Da ist nicht Sinn dabei. Wohl denn, Glück auf!
Kehrt nur zu Spiel und Tanz, und froh zur Arbeit.
(Das Volk zieht sich zurück. Sie kommt gegen den Vorgrund.)
Sieh da ihr Herrn, so vornehm abgesondert?
Wie unzufrieden oder doch erstaunt?
Domaslav. Vielleicht erstaunt; daß du, den Göttern ähnlich,
Die Gaben spendest, die du selbst nicht teilst.
Libussa. Leih deinen scharfen Sinn mir weiser Lapak,
Daß ich verstehe was dort jener meint.
Domaslav. So stiftest du nicht Ehen, hohe Fürstin,
Und bist der Ehe doch, der Liebe feind.
Libussa. Du hältst mich wohl für rasend, guter Mann?
Wie sollt' ich hassen was so menschlich ist?
Allein zu Lieb' und Ehe braucht es zwei;
Und, sag ich's nur, mein Vater, euer Fürst,
War mir des Mannes ein so würdig Bild,
Daß ich vergebens seinesgleichen suche.
(Sich von ihnen entfernend.)
Zwar einmal schien's, doch es verschwand auch schnell.
Lapak. Du willst Geprüfte, doch du willst nicht prüfen.
Libussa (vor sich hin).
Stellt er sich denn der Prüfung? wollt' ich auch.