Primislaus. Mein Kind, was dich die Männer heißt verachten,
Birgt etwa wohl Verachtung für dich selbst.
Wer nach dem Äußern seine Wahl bestimmt,
Bezweifelt, fürcht ich, sehr den Wert des Innern.
Man sucht den Diamant läg' er im Staube,
Geschliffnem Glas gibt erst der Glanz den Wert,
Ist all sein Wesen Glänzen doch und Scheinen.
Dein Weg führt dich zurecht, hier bist du sicher.
Mir ist das Weib ein Ernst, wie all mein Zielen,
Ich will mit ihr,—sie soll mit mir nicht spielen.

Sagt das der Fürstin als den letzten Gruß
Am Morgen, wenn ich fern schon meiner Wege.
(Er geht in den Turm rechts.)

Wlasta. Ich folg ihm nach, so lautet der Befehl.
(Sie geht in denselben Turm.)

(Libussa kommt aus dem Turme links.)

Libussa. Wie ist's mit jenem Mann?

Dobromila. Er ist von Stahl.

Libussa. Es brach wohl auch ein Schwert schon im Gefecht.
Was spröde ist zerbrechlich.
(Zu Dobromila.)
Folg du ihnen.
Der Abend dämmert schon, es ziemt sich nicht,
Daß er und sie allein in solcher Stunde.

(Da Dobromila geben will.)

Vielmehr gebt einen Schleier mir. Ich selbst
Will Zeuge sein wie weit sein Starrsinn geht.

Gehorchen soll er und dann mag er ziehn.
Ich fühl' es fast wie Haß im Busen quellen.
(Ab in den Turm links.)