Primislaus. Ich bin hier in dem Wunderschloß der Weiber,
Und alle weibliche Vollkommenheit
Hat man mir vorgeführt mit etwas Prangen;
Nur mit den Fehlern, scheint mir, des Geschlechts
Hielt man zurück, bedächtlicher als billig.
Da ist nun Neugier, die man Schuld euch gibt.
Wie wär' es, holde Wlasta, wenn nur Neugier
Dir diese Fragen in den Mund gelegt?
Sprichst du zu mir im Auftrag deiner Frau?

Wlasta. In ihrem Auftrag nicht.

Primislaus. Nun also denn!
Das Recht auf Antwort nur gibt Recht zur Frage.

Wlasta. Doch weiß wovon ich spreche meine Frau.

Primislaus. Das soll ich glauben eben weil du's sagst?

Wlasta. Als Zeichen denn, daß nicht die Neugier bloß,
Daß mich ein höhrer Wink dazu berechtigt,
Sieh hier das Kleinod, dessen eine Hälfte
Du vorenthältst, und das man ganz begehrt.
(Das Mittelkleinod des Gürtels aus dem Busen ziehend.)

Primislaus. Das schöne Bild! Die glänzend reichen Steine!
Derlei sah ich in meinem Leben nicht.

Wlasta. Verstell dich nicht, es war in deiner Hand.

Primislaus. Wie käme derlei in die Hand des Pflügers?
O gib es mir, o laß es mich betrachten!

Wlasta. Halt ab die Hand!
(Das Kleinod auf den Tisch ihr zur Seite hinlegend.)
Hier leg ich es denn hin.
Du aber nun erfülle was dir Pflicht.
Die Fürstin will nicht länger, kann's nicht dulden,
Daß was ihr wert und teuer, heilig selbst,
In niedrer Hand, als offenkundig Zeugnis
Von einer halb vertraulichen Begegnung,
Zum Anspruch stempelnd was ein Zufall war.
Du sollst, du mußt, die Fürstin will es so.