Wlasta. Ich aber bin es nicht.
Mir widert der Befehl aus niederm Mund.
Drum ging ich zu den Schwestern deiner Frau
Auf Wischehrad. Zwar wohnt dort Langeweile,
Doch dient man gern wenn Hoheit heischt den Dienst.
Kann ich Libussa sprechen?

Dobromila. Schau, sie selbst!

(Libussa kommt aus der Seitentüre rechts.)

Libussa. Ah, Wlasta, du bei uns! Was führt dich her?

Wlasta. Libussa, hohe Frau!

Libussa. Dein Aug' ist feucht
Was nur erpreßt der Starken diese Tränen?

Wlasta (zeigt mit Gebärde auf die umgebenden Gegenstände).

Libussa. Ja so, du weinst um uns? Wir sind dir dankbar,
Man sagt kein irdisch Glück sei ungetrübt.
Nimmst du die Trübsal nun, statt uns, auf dich,
So freun wir uns um desto ungetrübter.

Wlasta. Der Abstand martert mich von einst auf jetzt.

Libussa. Ist dieser Abstand doch des Menschen Leben!
Von Kind zu Jungfrau, bis zuletzt das: jung,
Erst nur ein Wort, sich ablöst von der Frau:
Der einz'ge Name treu uns bis zum Tode.