(Der Sklave geht.)
Gora (mit grimmigen Hohn nachrufend).
Verrat's nicht eurem Herrn, sonst weh euch beiden!—
Hast du vollendet?
Medea (zu ihr tretend).
Ja.—Nun bin ich ruhig.
Gora.
Und auch das Vlies vergrubst du?
Medea.
Auch das Vlies.
Gora.
So ließt ihr es in Jolkos nicht zurück
Bei deines Gatten Ohm?
Medea.
Du sahst es hier.
Gora.
Es blieb dir also und du vergrubst es
Und so ist's abgetan und aus!
Weggehaucht die Vergangenheit,
Alles Gegenwart, ohne Zukunft.
Kein Kolchis gab's und keine Götter sind,
Dein Vater lebte nie, dein Bruder starb nicht:
Weil du's nicht denkest mehr, ist's nie gewesen!
So denk denn auch, du seist nicht elend, denk
Dein Gatte, der Verräter, liebte dich;
Vielleicht geschieht es!
Medea (heftig).
Gora!
Gora.
Was?
Meinst du ich schwiege?
Die Schuldige mag schweigen und nicht ich!
Hast du mich hergelockt aus meiner Heimat
In deines trotz'gen Buhlen Sklaverei,
Wo ich, in Fesseln meine freien Arme,
Die langen Nächte kummervoll verseufze,
Und jeden Morgen zu der neuen Sonne
Mein graues Haar verfluch und meines Alters Tage,
Ein Ziel des Spotts, ein Wegwurf der Verachtung,
An allem Mangel leidend als an Schmerz,
So mußt du mich auch hören, wenn ich rede.