(Er aber lachte drob und sie!)

Gora.
O des Jammers! Des Wehs!

Medea.
Nennt ihr das Vergeltung, Götter?
Liebend folgt' ich, das Weib dem Mann;
Starb mein Vater, hab (ich) ihn getötet?
Fiel mein Bruder, fiel er durch (mich)?
Beklagt hab ich sie, in Qualen beklagt.
Glühende Tränen goß ich aus
Zum Trankopfer auf ihr fernes Grab.
Wo kein Maß ist, ist keine Vergeltung.

Gora.
Wie du die Deinen, verlassen sie dich!

Medea.
So will ich sie treffen, wie die Götter mich!
Ungestraft sei kein Frevel auf der Erde,
Mir laßt die Rache, Götter! ich führe sie aus!

Gora.
Denk auf dein Heil, auf andres nicht!

Medea.
Und was hat dich denn so weich gemacht?
Schnaubtest erst Grimm, und nun so zagend?

Gora.
Laß mich! Als ich die Kinder fliehn sah
Den Arm der Mutter, der Pflegerin,
Da erkannt' ich die Hand der Götter,
Da brach mir das Herz,
Da sank mir der Mut.
Hab sie gewartet, gepflegt,
Sie meine Freude, mein Glück.
Die einz'gen reinen Kolcher sie,
An die ich wenden konnte
Die Liebe für mein fernes Vaterland.
Du warst mir längst entfremdet, längst;
In ihnen sah ich Kolchis wieder,
Den Vater dein und deinen Bruder,
Mein Königshaus und (dich,)
Wie du (warst), nicht wie du (bist.)
Hab sie gehütet, gepflegt,
Wie den Apfel meines Auges
Und nun—

Medea.
Lohnen sie dir, wie der Undank lohnt!

Gora.
Schilt nicht die Kinder, sie sind gut!