Medea.
Die Mutter aber heißt euch bleiben. Bleibt!
Wenn ich bedenk, daß es mein eigen Blut,
Das Kind, das ich im eignen Schoß getragen,
Das ich genährt an dieser meiner Brust,
Daß es mein Selbst, das sich gen mich empört,
So zieht der Grimm mir schneidend durch das Innre,
Und Blutgedanken bäumen sich empor.—Was hat denn eure Mutter euch
getan,
Daß ihr sie flieht, euch Fremden wendet zu?

Knabe.
Du willst uns wieder führen auf dein Schiff
Wo's schwindlicht ist und schwül. Wir bleiben da.
Gelt Bruder?

Kleine.
Ja.

Medea.
Auch du Absyrtus, du?
Allein es ist so besser, besser—ganz!
Kommt her zu mir!

Knabe.
Ich fürchte mich.

Medea.
Komm her!

Knabe.
Tust du mir nichts?

Medea.
Glaubst? hättest du's verdient?

Knabe.
Einst warfst mich auf den Boden, weil dem Vater
Ich ähnlich bin, allein er liebt mich drum.
Ich bleib bei ihm und bei der guten Frau!

Medea.
Du sollst zu ihr, zu deiner guten Frau!—
Wie er ihm ähnlich sieht, ihm, dem Verräter
Wie er ihm ähnlich spricht. Geduld! Geduld!