Sappho.
Melitten rief ich.
Wo ist sie?
Eucharis.
Wo? auf ihrer Kammer, denk ich.
Sappho.
Sucht sie die Einsamkeit!—Was macht sie dort?
Eucharis.
Ich weiß nicht. Aber seltsam ist ihr Wesen,
Und fremd ihr Treiben schon den ganzen Tag.
Des Morgens war sie still und stets in Tränen,
Doch kurz nur erst traf ich sie heitern Blicks,
Mit Linnen ganz beladen und mit Tüchern,
Wie sie hinabging zu dem klaren Bache,
Der kühl das Myrtenwäldchen dort durchströmt!
Sappho.
Sie freut sich ihres Siegs! Nur weiter, weiter!
Eucharis.
Neugierig zu erfahren was sie suche,
Schlich leis ich ihr ins stille Wäldchen nach.
Da fand ich sie—
Sappho.
Mit ihm?
Eucharis.
Mit wem?
Sappho.
Nur weiter!
Eucharis.
Ich fand sie dort im klaren Wasser stehn.
Die Kleider lagen ringsumher am Ufer
Und hoch geschürzt—sie dachte keines Lauschers—
Wusch, mit den kleinen Händen Wasser schöpfend,
Sie sorgsam reibend Arme und Gesicht,
Die von dem Schein der Sonne durch die Blätter,
Von ihrem Eifer und der rauhen Weise,
Mit der die Kleine eilig rasch verfuhr,
In hellem Purpur feurig glühten.
Wie sie da stand, für eine ihrer Nymphen,
Der jüngsten eine, hätte sie Diana—