Nun hin, dort an der Liebesgöttin Altar
Erfülle sich der Liebe dunkles Los!
(Eilt dem Altare zu.)

Rhamnes. Was sinnet sie? verklärt ist all ihr Wesen, Glanz der Unsterblichen umleuchtet sie!

Sappho (auf eine Erhöhung des Ufers hintretend und die Hände über die
beiden ausstreckend).
Den Menschen Liebe und den Göttern Ehrfurcht!
Genießet was euch blüht, und denket mein!
So zahle ich die letzte Schuld des Lebens!
Ihr Götter, segnet sie und nehmt mich auf!
(Stürzt sich vom Felsen ins Meer.)

Phaon.
Halt ein! Halt Sappho!

Melitta.
Weh sie stürzt! sie stirbt!

Phaon (mit Melitten beschäftigt).
Schnell Hilfe, fort ans Ufer! Rettung, Hilfe!

(Einige ab.)

Rhamnes (der aufs Ufer gestiegen). Ihr Götter wendet ab! dort jene Klippe, Berührt sie die ist sie zerschellt, zerschmettert!—Tragt sie vorüber! Weh! Es ist geschehn!

Phaon.
Was kreischest du? Nach Kähnen! Eilet! Rettet!

Rhamnes (herabsteigend). Halt ein! Es ist zu spät! Gönnt ihr das Grab, Das sie, verschmähend diese falsche Erde, Gewählt sich in des Meeres heil'gen Fluten!