Phaon.
Willst du? Ich bleibe!

Sappho.
Zu gehn oder zu bleiben bist du Herr!

Phaon.
Du zürnest!

Sappho (bewegt).
Phaon!

Phaon.
Willst du etwas?

Sappho.
Nichts.—
Doch eins! (Mit Überwindung.) Ich sah dich mit Melitten scherzen—

Phaon.
Melitta? Wer? Ei ja ganz recht! Nur weiter!

Sappho.
Es ist ein liebes Kind!

Phaon.
So scheint's, o ja!

Sappho.
Die Liebste mir von meinen Dienerinnen,
Von meinen Kindern möcht ich sagen, denn
Ich habe stets als Kinder sie geliebt.
Wenn ich die Sklavenbande nicht zerreiße,
So ist es nur, da die Natur uns süßre
Versagt, um jene Eltern-, Heimatlosen
Nicht vor der Zeit dem Aug' der Lehrerin,
Der Mutter zarter Sorgfalt zu entziehn.
So war ich's stets gewohnt, und in dem Kreise
Von Mytilenes besten Bürgerinnen
Ist manche die in freudiger Erinnrung
Sich Sapphos Werk aus frühern Tagen nennt.