Sappho.
Wozu dann dieser Putz? die Blumen?
Melitta.
Du hast wohl oft geschmält, daß ich die Kleider,
Mit denen du so reichlich mich beschenkst,
So selten trage, stets auf andre Zeit,
Auf frohe Tage geizig sie versparend.
Das fiel mir heute ein, und weil nun eben
Gerade heute so ein froher Tag,
So ging ich hin und schmückte mich ein wenig!
Sappho.
Ein froher Tag? Nicht weiß ich es, warum?
Melitta.
Warum?—Ei nu, daß du zurückgekehrt,
Daß du—ich weiß nicht recht, doch fröhlich bin ich.
Sappho.
Ha Falsche!
Melitta.
Was sagst du?
Sappho (sich fassend).
Melitta komm,
Wir wollen ruhig miteinander sprechen.
Wie alt bist du?
Melitta.
Du weißt wohl selbst, o Sappho,
Welch trauriges Geschick der Kindheit Jahre
Mir unterbrach. Es hat sie keine Mutter
Mit sorglicher Genauigkeit gezählt,
Doch glaub ich, es sind sechzehn!
Sappho.
Nein, du lügst!
Melitta.
Ich?