Phaon.
O dein Blick verneint,
Dies Zittern, diese Blässe, laut verrät sie
Die erste Lüge, die dein Mund gesprochen!
Versuche nicht den Grimm in mir zu dämpfen,
Zu neuer Glut fachst du die Flammen an!
Hier setze dich auf diesen Rasensitz;
Hier wo dein mildes, himmelklares Auge
Zum ersten Male mir entgegenglänzte
Und wie des Tages goldner Morgenstrahl
Des Schlafes düstre Bande von mir löste
In den mich jene Zauberin gesungen,
Hier wo die Lieb' ihr holdes Werk begann,
Auf dieser Stelle sei es auch vollendet!
Sprecht! Wo ist Sappho!
Melitta.
Phaon, ruf sie nicht!
Phaon.
Sei ruhig! Bin ich nicht ein freier Mann?
Wer gab das Recht ihr meinen Schritt zu hemmen?
Noch Richterstühle gibt's in Griechenland,
Mit Schrecken soll die Stolze das erfahren.
Zu Sappho hin!
Ein Landmann.
Du bleibst!
Phaon.
Wer hält mich? Wer?
Landmann.
Wir alle hier!
Phaon.
Ich bin ein freier Mann!
Landmann.
Du warst's, jetzt bist der Strafe du verfallen!
Phaon.
Der Strafe! und warum?
Landmann.
Der Sklavin Raub
Ruft das Gesetz zur Rache wider dich.