Leon.
Ja so? Nu, Herr, mit Gunst!
Um Gotteswillen gibt man ihn nicht frei.
Da bleibt nichts übrig, als: wir reden Wahrheit,
Und er bleibt, wo er ist. Verzeiht! und Gott befohlen!
Ich hab's nicht schlimm gemeint. (Er geht.)

Gregor.
Du Vater aller,
In deine Hand befehl ich meinen Sohn!

Leon (umkehrend).
Ach Herr, verzeiht! es fuhr mir so heraus.
Weiß man doch kaum, wie man mit Euch zu sprechen.
Ich hatte fast ein Plänchen ausgedacht,
Den dummen Teufeln im Barbarenland,
Des Neffen Hütern, seht, eins aufzuheften
Und ihn wohl gar, wenn's gut geht, zu befrein.
Doch Wahrheit, Herr—

Gregor.
Du sollst nicht fälschlich zeugen,
Hat Gott der Herr im Donnerhall gesprochen.

Leon.
Allein bedenkt—!

Gregor.
Weh dem, der lügt!

Leon.
Und wenn nun Euer Neffe drob vergeht?

Gregor.
So mag er sterben, und ich sterbe mit.

Leon.
Ach, das ist kläglich! Was habt Ihr gemacht?
Ich bin nun auch in Haft, geplagt, geschlagen,
Kann nimmer ruhn, nicht essen, trinken, schlafen,
Solang das zarte Herrlein Euch entwandt.
Bei Trier, sagt Ihr, liegt er; war's nicht so?

Gregor.
Ja wohl!