Leon.
Ach je, daß Gott!
Gregor.
Ich hab um Lösung mich verwendet.
Doch fordern seine Hüter hundert Pfund
An guter Münze fränkischen Geprägs.
Und so viel hab ich nicht.
Leon.
Ihr scherzt doch nur,
Denn dreimal hundert Pfund, und wohl noch drüber,
Zinst ihrem Vorstand Langres' Kirchgemeine.
Gregor.
Das ist das Gut der Armen und nicht meins.
Dem Bischof gab man, daß er geben könne,
Des Kirchenguts Verwalter, nicht sein Herr.
Doch Kleidung, Nahrung und des Leibes Notdurft,
Das mag der Bischof fordern, wie ein andrer,
Und was er dran erspart, ist sein vielleicht.
Vielleicht; vielleicht auch nicht. Ich hab's gewagt zu deuten.
Sooft ich nun ein armes Silberstück
Von meinem Teil erspart, leg ich's beiseite,
Wie du gesehn, und mag's auch manchmal küssen,
Wie du mir vorwirfst; denn es ist das Lösgeld
Für meinen Atalus, für meinen Sohn.
Leon (aufspringend).
Und ist schon viel im Sack?
Gregor.
Schon bei zehn Pfund.
Leon.
Und hundert soll er gelten? Herr, mit Gunst!
Da mögt Ihr lange sparen, bis es reicht.
Indes quält man den armen Herrn zu Tod.
Gregor.
Ich fürchte, du hast recht.
Leon.
Je, Herr, das geht nicht.
Das muß man anders packen, lieber Herr.
Hätt' ich zehn Bursche nur gleich mir, beim Teufel!—
Bei Gott! Herr, wollt' ich sagen—ich befreit' ihn.
Und so auch, ich allein. Wär' ich nur dort,
Wo er in Haft liegt!—Herr, was gebt Ihr mir?—
Das ist 'ne Redensart, ich fordre keinen Lohn.—
Was gebt Ihr mir, wenn ich ihn Euch befreie?
Wär' ich nur dort, ich lög' ihn schon heraus.
Gregor.
Weh dem, der lügt!