Leon.
Ja doch, ein Mädchen.
Edrita.
Und deines Herrn, des Grafen Kattwald, Tochter.
Leon.
Ei, liebes Kind, da bist du nicht gar viel.
Ein fränk'scher Bauer tauschte wahrlich nicht
Mit Eures Herren Herrn. Denn unter uns:
Ein Mensch ist um so mehr, je mehr er Mensch.
(Mit einem Blick auf die Umgebung.)
Und hier herum mahnt's ziemlich an die Krippe.
Doch bist du hübsch, und Schönheit war und ist
So Adelsbrief als Doktorhut den Weibern.
Drum laß uns Freunde sein!
(Er will sie umfassen.)
Edrita.
Verwegener!
Man rühmt die feinen Sitten deines Volks,
Du aber bist entartet und gemein.
Was sahst du wohl an mir, was sprach, was tat ich,
Das dich zu solcher Dreistigkeit berechtigt?
Und wenn denn auch—
Leon.
Mein Kind, wohl gar ein Tränchen?
Hörst du? Das Köpfchen hübsch zu mir gewandt!
Ich bitte dich: verzeih! Bist nun zufrieden?
Edrita.
Wohlan, ich bin's. Ich mag nicht gerne grollen.
Auch nahm ich es wohl minder schmerzlich auf,
Ja, wies den Kühnen früher schon zurück,
Wenn du mir nicht gefielst, fürwahr gleich anfangs.
Sie sprechen viel von Euern fränk'schen Leuten,
Von ihren Sitten, Künsten; und der erste nun,
Auf den ich stieß, so ungeschlacht und roh—
Leon.
Verzeih! noch einmal, und: ich tu's nicht wieder.
Wir haben unsre Weise nun erkannt
In Zukunft soll kein Zank uns mehr betrüben.
Edrita.
In Zukunft? Ja, was nennst du Zukunft denn?
Mein Bräutigam ist hier, und morgen schon
Gibt man ihm meine Hand drin in der Halle.
Dann noch zwei Tage höchstens oder drei,
Und wir ziehn fort auf seine ferne Hube.
Leon.
So bist du Braut? Je sieh, das tut mir leid.
Wer ist dein Bräutigam? Wie heißt, was treibt er?
Edrita.
Ich nenn ihn nur den dummen Galomir.