Knapp hinter dem Bildstocke zweigt der Kammweg r. von der Bezirksstraße auf einen Wirtschaftsfahrweg ab, der ziemlich steil zumeist zwischen Feldern (nur eine kurze Strecke l. Wald) um die Ostlehne der Scheuflerkoppe herum – die ihren Namen nach dem Besitzer, einem Kriesdorfer Insassen, hat – aufwärts führt. Hiebei wird rückwärts der Gipfel der Jeschkenkoppe sichtbar, während r. zwischen Langeberg und Brandstein über das Christofsgrunder Tal hinaus, in das wir immer tiefere Einblicke gewinnen, die Hemmrichberge zum Vorschein kommen. In 15 Minuten ist man oben am Rande des bewaldeten nördlichen Rückens der Scheuflerkoppe, wo ein Kalksteinbruch, dem Besitzer der oben erwähntem Kriesdorfer Bahnhofrestauration gehörig, im Betriebe ist, dessen besseres Material zu Kalk gebrannt wird, während das schlechtere als Bruchstein und Schotter Verwendung findet. Neben dem Steinbruche ist eine Markentafel. Hier empfiehlt es sich Halt zu machen, um die Aussicht nach Nordosten aufs Isergebirge zu würdigen, wo man im Anschlusse an die Hemmrichberge r. die Vogelkoppen, das Taubenhaus und den Schwarzeberg vor sich hat.

Ein grün markierter Weg führt von der Markentafel am Steinbruche vorüber l. in 8 Min. auf den Gipfel der Scheuflerkoppe (679 m), die von Ost nach West verläuft und gegen Norden wegen hohem Waldbestand keine Aussicht hat. Auch die Ostseite des Gipfels ist größtenteils mit Bäumen bestanden, die übrige Gipfelfläche aber ist berast und gestattet eine herrliche Aussicht über zwei volle Quadranten von der Jeschkenkoppe im Südosten bis zum Hochwalde im Nordwesten, ähnlich jener vom Kriesdorfer Sattel, die man vergleichen möge, nur viel umfassender wegen des weit höheren Standpunktes und der dadurch ermöglichten Zwischen- und Fernsicht. So sieht man zunächst r. unter der Jeschkenkoppe, die breit und mächtig hinter der Moiselkoppe hingelagert ist, den Hühnerberg bei Zwetlai; r. davon, vor der Höhenkette der Teufelsmauer und dem Mataischeberg, die Stadt Oschitz; im Einschnitt zwischen Breiten Stein und Dewin die Ruinenspitze des Bösigberges – ein überraschendes Bild –; zwischen Dewin und Roll, wo sich der Spiegel des Hammerteiches vor den beiden Hirschbergen zeigt, hindurch das Kummergebirge mit dem Petzberge, dahinter den Tachaer Berg und noch weiter das Daubaer Gebirge mit der Nedoweska; r. hinterm Silberstein der breitgewölbte Wilsch; r. hinterm Kamnitzberg, in welcher Richtung auch der Milleschauer zu suchen ist, die Koselspitze; hinterm Tolzberg die Höhen von Munker und Reichen mit dem Zinkensteinrücken; zwischen Tolz- und Laufberg die betürmte Kuppe des Leipaer Spitzberges. R. vom Ortelsberg ist der spitzige Kleis leicht aufzufinden; zwischen beide rückwärts schiebt sich der Sonneberger und der anschließende Blottendorfer Rücken; r. vom Kleis, hinter Schönbach und dem Johnswalde im Vordergrunde, der Mergtaler Limberg, dahinter l. und r. die Buchberge bei Falkenau; weiter r. der Falkenberg hinter Ringelshain, im Hintergrunde jenseits des Höhenrückens zwischen Friedrichsberg und Finkenkoppe der betürmte Tannenberg; endlich am weitesten rechts, teilweise schon durch Bäume verdeckt, Hochwald und Lausche hinter einander.

Wir wandern nun von der Markentafel beim Steinbruch längs des Waldrandes (l.) am Rücken 1 Min. lang weiter und steigen dann auf grasigem Wege in 6 Min. – teils durch Wald, der jede Aussicht, darunter auch die nach rückwärts auf die Moisels- und Jeschkenkoppe, versperrt, teils am Rande des Waldes mit freier Aussicht nach r. über Äcker und Wiesen auf den Langeberg, auf Christofsgrund und die Hemmrichberge in der Richtung der Talspalte – auf den waldfreien Sattel (590 m) zwischen Scheuflerkoppe und kleinem Kalkberg, welch letzteren wir vor uns haben, herab, wo als ein Merkzeichen der Gegend die Christofskapelle steht, eine gewöhnliche Wegkapelle mit einer in Stein gefaßten Holztür. Hier kreuzen sich mehrere Wege: Fußwege r. von Christofsgrund (20 Min.), l. von Kriesdorf (45 Min.) und Fahrwege l. von Schönbach (40 Min.), r. von Neuland 15 Min.).

Auch freien Ausblick hat man daselbst: l. über die Bahn (zwischen Kriesdorf und Schönbach) zu Füßen auf den Audishorner Spitzberg und den Roll dahinter, l. davon die Hirschberge, dann der Dewin, dahinter die Bösige; r. ins Christofsgrunder Tal, die Bahnstrecke dahinter und weiter die Hochstraße von Kratzau nach Machendorf mit einigen Häusern.

Nun gehts wieder bergan, immer auf der Hauptwasserscheide, auf den langgestreckten Rücken des kl. Kalkberges (687 m); schöner Mischwald (Buche und Fichte) nimmt uns auf, doch hat man alsbald noch einen Ausblick l. wie von der Christofskapelle, nur daß noch die zusammenhängenden Kirchdörfer Kriesdorf und Seifersdorf im Vordergrunde dazu kommen. Wir kommen hinter einer feuchten und schluchtähnlichen Stelle mit reichlichem Pflanzenwuchs (Bingelkraut, Christofskraut u. a.) nach 8 Min. zu einem alten Kalksteinbruche, der dem Berge den Namen gegeben hat, wohl schon vor mehreren Jahrhunderten betrieben worden sein mochte und einem in das Phyllitgestein eingebetteten Querzuge angehört. Nach weiteren 4 Min. sind wir auf der Höhe des Berges; der Weg mündet auf eine begraste, waldumschlossene Fläche, von der er sich nach r. auf einen reich mit Himbeergesträuch bewachsenen Hau wendet, wo sich über Christofsgrund hinweg ein großartiger Ausblick aufs Isergebirge mit den Hemmrichbergen, der Tafelfichte, dem Taubenhaus und dem Schwarzenberge, sowie auf das r. sich anschließende Riesengebirge (Reifträger) darbietet. Der Weg über den Hau nimmt 1½ Min. in Anspruch. Doch hat man den geschilderten Ausblick, wozu sich nach rückwärts auch die Jeschkenkoppe gesellt, noch 2½ Min., während der Weg durch mäßig hohen Jungwald eben weiterführt. Dann gehts abwärts vom Bergrücken und die Aussicht verschwindet. Hoher Fichtenwald mit massenhaftem Heidelbeerkraut besäumt den Weg, der nach 6 Min., zuletzt ziemlich steil, auf eine gelichtete Waldstelle ausmündet, die Einsattlung zwischen kl. Kalkberg und Spitzberg, wo man l. unten einige Häuser von Schönbach sieht, dahinter Teile von Hennersdorf und Postrum vor dem Tolz- und Ortelsberge. Auf einer anschließenden Waldwiese trifft man auf einen Fahrweg, der l. von Schönbach (30 Min.) heraufkommt und r. zum Lochförster nach Christofsgrund (30 Min.) hinabführt.

Erforderlichenfalls kann man hier zur Station Schönbach-Seifersdorf nördlich beim Marktflecken Schönbach hinabsteigen. Der prächtig zur Sommerfrische geeignete Ort hat über 180 Häuser, die sich längs des Schönbaches bis knapp an den Gebirgskamm heraufziehen, eine 1725 erbaute Kirche mit einer wundertätigen Madonnenstatue aus dem 17. Jahrh., und einen 1766 zur Erinnerung an den damaligen Aufenthalt Kaiser Josef II. im Hofe des Gasthauses Nr. 47 errichteten Gedenkstein.

Im Mischwalde weiter, anfangs ziemlich eben, zuletzt steiler bergan, an mehreren alten Reviersteinen (r.) mit der Jahreszahl 1709 vorüber, kommt man in 12 Min. auf eine ebene, waldumschlossene Rundung, 20 Schritte im Durchmesser, wo von fünf Seiten Waldwege einmünden, die Kuppe des Spitzberges (686 m). Von da tritt man in der Kammrichtung nach 1 Min. auf einen alten Holzschlag heraus, die sogenannte »Aussicht«, wie eine Tafel daselbst besagt. Obwohl nur über einen Quadranten (Südwest bis Nordwest) sich erstreckend, bietet dieselbe viel Fesselndes.

Greifbar unter sich hat man den Bahnhof und einige Häuser vom Markte Schönbach, dahinter den Johnswald und r. davon Pfarrdorf Ringelshain vor dem Mergtaler Limberge, an den sich nach r. der Falkenberg jenseits Gabel und der Hochwald (hinter dem Kirchberge bei Pankraz) anschließen; zwischen Lim- und Falkenberg ist im Hintergrunde das Falkenauer und Kreibitzer Gebirge eingeschoben. R. vom Hochwalde zieht sich das waldreiche Gabler Gebirge mit dem Schwarzen- und Welsberge bis zum ruinenartig gegipfelten Pfaffenstein und dem Görsdorfer Spitzberge, an den sich nach vorn zu, am weitesten r., der Trögelsberg, Schwammberg und der große Kalkberg vor uns anreihen. In dem Winkel zwischen Hochwald und Pfaffenstein sind rückwärts die Oybiner Berge (Jonsberg, Brand, Töpfer) eingeschoben; zwischen dem Görsdorfer Spitzberge und dem Schwammberge hindurch auf das scheinbar unbegrenzte, reich besiedelte Flachland westlich Zittau. Im Südwesten schließt der massige Tolzberg mit dem an seinen Fuß gelehnten Dorfe Postrum das abwechslungsreiche Bild ab, in das sich zwischen Tolz- und Mergtaler Limberg eine Reihe von Kuppen – Laufberg vor dem Koselrücken, Schwoikaer Gebirge, Ortelsberg vor dem Sonnebergrücken, Kleis vor dem Blottendorfer Rücken – einfügen.