Einbruchsstation: Tetschen.
Anschlußbahnen: a) Kolin-Brünn-Wien der öst.-ung. Staatseisenbahngesellschaft; b) Prag-Wschetat-Prziwor der böhm. Nordbahn; c) Lokalbahn Großpriesen-Wernstadt-Auscha; d) Tetschen-Leipa der böhm. Nordbahn.
10. K. k. priv. österreichisch-ungarische Staatseisenbahngesellschaft. Strecke Wien-Prag-Bodenbach.
Einbruchsstation: Bodenbach.
Anschlußbahnen: a) In B. Trübau (s. unter 1 b); b) Wildenschwert-Geiersberg derselben Bahn mit den Anschlüssen: Geiersberg-Mittelwalde der öst. Nordwestbahn und Mittelwalde-Glatz der kgl. preuß. Staatsbahnen; c) Chotzen-Halbstadt derselben Bahn; d) Kolin-Wien der öst. Nordwestbahn; e) in Bodenbach (s. unter 6 a).
Jeschkenkoppe-Freudenhöhe (3½ Std.).
Die Jeschkenkoppe bildet den Mittelpunkt und zugleich die höchste Erhebung (1010 m) des 24 km (Luftlinie) langen und bis 7½ km breiten Jeschkengebirges, d. i. jenes Teiles der Sudeten, der beim Dorfe Paß am Trögelsberge beginnt, vom Isergebirge durchs Neißetal geschieden wird, mit dem Kopainberge am Durchbruche der Iser bei Kleinskal endet und einen südöstlich in fast gerader Linie streichenden, sanftgewellten und steil abfallenden Wall mit einer mittleren Kammhöhe von 800 m darstellt, dessen nordwestliche Hälfte bewaldet und in zwei Rücken gespalten ist, während die südöstliche Hälfte einen einzigen, größtenteils kahlen Rücken bildet. Das Jeschkengebirge gehört (nach Hübler's Führer) zu den ältesten Gebirgen; die Gesteine, welche dasselbe zusammensetzen, gehören zum größeren Teile der Urzeit – nämlich dem Phyllit mit seinen untergeordneten Einlagerungen (Quarzitschiefer, Kalkstein und Diorit) –, zum anderen Teile (Przibramer Grauwacke und Schiefer, Gneisgranit, Rotliegendes) der paläozoischen Zeit an. Den Namen des Gebirges hat man von dem keltischen ysga (kleiner Kopf), auch vom althochdeutschen asc (Esche) abzuleiten gesucht; doch dürfte die Ableitung vom slawischen jesenik (Eschengebirge) die wahrscheinlichste, weil natürlichste sein, umsomehr, da auch das mährische »Gesenke« von demselben Worte abgeleitet wird. Das Jeschkengebirge ist reich an Sagen; wie das Riesengebirge seinen Rübezahl, so besitzt das Jeschkengebirge seinen Jeschkengeist; mehrere Sagen von diesem und vom vorwitzigen Schneiderlein knüpfen sich an das »Guckloch«, einen Quarzfelsen, der auf der rechten Seite des Jeschkens wie ein Zahn hervorragt; sehr schön sind auch die Sagen vom Zwergkönig und der Kriesdorfer Kuhhirtin, die dessen Schätze erbte, vom Nachtjäger und von den Waldweiblein. Auch an naturgeschichtlichen Seltenheiten ist das Gebirge nicht arm; wir erwähnen nur die prächtigen Kalkspatkrystalle und Tropfsteingebilde im Heinersdorfer Kalkbruche, die tiefe Kalksinter-Kluft bei Padauchen, die Achate bei Proschwitz und auf dem Jaberlich, sowie eine Reihe von zumeist dem Hochgebirge angehörenden Pflanzen: Alpenlattich (Homogyne alpina Cass.), Bergnelkenwurz (Geum montanum L.), eisenhutblättriger Hahnenfuß (Ranunculus aconitifolius L.), echter Eisenhut (Aconitum Napellus L.), Haller's Gänsekresse (Arabis Halleri L.), Gmelin's Aufbart (Epipogon aphyllus Sw.), Riesengebirgs-Rispengras (Poa sudetica Haenke), Knotenfuß (Streptopus amplexifolius DC.), herzblättrige Zweiblatt-Orche (Listera cordata R. Br.), norwegisches Ruhrkraut (Gnaphalium norvegicum Gunn.), Isopyrum thalictroides L. (Muschelblümchen), nicht zu vergessen einiger Flechten (Cornicularia tristis Ach. und Parmelia centrifuga Ach. als in erster Linie erwähnenswert) und Moose (Jungermannia orcadensis Hook. und Dicranum congestum Brid. var. flexicaule Br. eur.).
Die Koppe selbst besteht aus einem mächtigen Quarzitschieferlager, dessen Trümmer die Abhänge besonders im Süden und Osten bedecken und eine wahre Fundgrube für Lichenologen (Flechtenkenner) sind; die Landkartenflechte (Rhizocarpon geographicum DC.), ist geradezu charakteristisch. Auf der Südseite des Koppenkegels, wo vor einigen Jahren Knieholz mit gutem Erfolge angepflanzt wurde, befindet sich in einer mäßigen Vertiefung ein 1868, an Stelle einer seit 1847 dagestandenen Holzhütte, aus Holz erbautes, seit 1883 auch im Winter bewohntes, zu Oberpassek nummeriertes Gasthaus (telephonisch mit Reichenberg verbunden, mit Nachtherberge für 20 Personen, von 1 K 60 h aufwärts und 1855 angelegtem Fremdenbuche), an welches 1885 südwestlich vom D. Geb.-V. für das Jeschken- und Isergebirge eine Glasveranda mit einem Fassungsraum für 200 Personen angebaut ist. Ein daselbst angebrachter Briefkasten wird vom 1. Mai an täglich um 4 Uhr Nachm. durch Postboten entleert. Nebst dem Gasthause befindet sich noch auf der Koppe ein mit Eisen beschlagenes Häuschen mit guten Fernröhren, ein riesiges, steinernes Kreuz, an dessen Stelle 1791 schon ein anderes errichtet war, weiters als astronomisch-geodätischer Hauptpunkt zweiter Ordnung ein Doppelwürfel mit der Aufschrift: »Operatio astr. trigon. imperante Francisco Josepho I.«, endlich ein Denkstein an einen Besuch des Fürsten Rohan, zu dessen Besitze die Südseite des Berges gehört, während die Nordseite gräflich Clam-Gallas'scher Besitz ist. Ein 1889 vom Gebirgsvereine an Stelle eines 1876 errichtet gewesen Aussichtsgerüstes aufgestellter, 8 m hoher, hölzerner Aussichtsturm mit Orientierungskarten mußte Ende November 1904 abgetragen werden. Es ist lebhaft zu bedauern, daß die Jeschkenkoppe, obwohl sie jährlich von 15000 bis 20000 Personen besucht wird, immer noch nicht ein würdiges Unterkunftshaus mit Aussichtswarte erhalten hat. Die Pläne sind zwar da, doch kommt es zu keinem greifbaren Ergebnisse, da die gräfl. Clam-Gallas'sche Herrschaft sich noch immer nicht zu einem Neubaue entschließen kann. Und doch ist selbst im Winter der Besuch so stark, daß an Sonntagen die Baude öfters überfüllt ist, trotzdem nur Rodelfahrten, keine Hörnerschlittenfahrt vom Jeschken im Schwunge ist, wie z. B. im benachbarten Isergebirge; es kann eben letztere nur geübteren Touristen angeraten werden, da infolge der Steilheit die Schlitten in sausendem Tempo zu Tal fahren und bei den zahlreichen Biegungen und Furchen öfters ein Anfahren oder Umkippen kaum zu vermeiden ist. Die Stadtgemeinde Reichenberg plant eine mit elektrischer Kraft zu betreibende schmalspurige Kleinbahnlinie vom Bahnhofe Reichenberg der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn die Lastenstraße entlang nach Johannestal, Hanichen auf den Jeschken.