Manchmal las er künstlerische Versuche vor und enthüllte sein Innerstes schonungslos, seine Begierden und Befriedigungen. Und über allem schwebte sie, die Unantastbare, die Königin, die da kommen mußte, und der alles bereitet war.
Sie las viel in den Schriften der neuen Generation, und jede Zeile war ihr ein süßer und billiger Trost.
Aber es wurmte noch etwas in ihr und bäumte sich auf. Ein Bodensatz. Es kamen noch Tage, wo sie ihn floh. Es kamen noch Nächte, da sie durch Tanzsäle raste. Aber die Reste ihrer Kraft schwanden immer wieder, so daß sie bald zu ihm zurückkehrte. Sie fand ihn stets wie ein treues Tier wartend, voll Dankbarkeit.
Er litt, doch es war eine tröstende Gewißheit um ihn.
Auch als sie noch einmal mit einer Lüge zu ihrem Kaufmann reiste. Auf acht Tage. Sie kam wie eine Fremde und dachte auf Schritt und Tritt an ihren armen Jungen. Noch vor der Zeit war sie wieder bei ihm. Sie raffte alle Schönheiten in ihrer Erinnerung zusammen, wie jemand, der vor den Trümmern seines abgebrannten Hauses das letzte sucht, und sie bauten darauf auf. Mit blutendem Herzen tat der andere seine Phantasie hinzu.
Dann aber drückte sie wieder ihre Stille.
Ein neuer Taumel riß sie mit fort.
Sie betrog ihn mit einem Studenten, der ihr über den Weg lief — — — nein, sie betrog ihn nicht, sie sagte es ihm.
Er hetzte hinter ihr her, Tag und Nacht.
Noch einmal war alles Rausch in ihr und Grausamkeit.