Aber eines Tages packte ihn ein Anfall und drohte ihn zu zerbrechen. Ein schleichendes Gift fühlte er in sich und er sah fern seine Mutter. Sie schrie nach ihm und weinte. Ihre Arme reichten bis zu ihm, und ihr Gesicht war gramverzerrt. Die weißen Haare flatterten und wurden Pfeile.
Die andere verstand nichts von seiner Vision, aber sie fürchtete sich, wenn er jetzt im Hause herumschlich, gedrückt, wie von Zentnerlasten. Sie glaubte, sie müsse ihn wiedergewinnen, wurde abweisend und versuchte seine Kälte noch zu übertrumpfen. Er aber dachte: Warum streichelt sie mich nicht — — und rief im Innersten: Hilf mir und sei gut!
Sie verstand ihn nicht und hörte nicht auf sein Flehen.
Sie warf ihm Worte hin, schneidend, brutal, voll Abgründe. Um ihn zu sich zu reizen. Mit der Hoffnung, die Liebe durchbrechen zu lassen. Da ballten sich die Fäuste. Er schlug sie ins Gesicht, daß sie auf die Diele aufplumpste. Mit Füßen trat er sie. „So!“ — — er wischte sich den Schaum vom Mund, „so . . . hier hast du . . .“
Er fühlte alles verloren, empfand einen beißenden Schmerz im Kopf, ein quälendes Würgen, das ihn betäubte.
Dann aber stieg es in ihm auf, hüpfend und prickelnd und wurde stärker, wie Schellengeläute, und tanzte. Eine sieghafte göttliche Heiterkeit kehrte ein. Er sah sich verzerrt, die Fäuste geballt, und lachte, lachte laut auf.
Sie lag noch am Boden, in sich zusammengeduckt, regungslos. Sie sah ihn groß an und wurde ganz verschüchtert.
Dann fühlte sie, wie er sie in seine Arme nahm und sie herzte und küßte.
Sein Lachen war wie süße Musik. Da lächelte sie auch und flüsterte:
„Hab mich doch lieb . . . .“