So ketteten sie sich immer fester.

Manchmal dachte sie: Wo ist meine Kraft hin, und wird’s sich auch lohnen . . . aber sie schmiegte sich schnell an ihn und wies alle Gedanken von sich.

Sie nannte sich Rehchen oder Kätzchen oder Osterhase, so hatte er sie getauft.

Sie hüpfte wie ein Hase im Zimmer herum, wackelte mit den Ohren, kuschte sich, spielte Männchen und kroch zu seinen Füßen und sah zu ihm auf, lange, voller Demut.

Aber es kamen Tage, wo sie an die Zukunft denken mußten, trotzdem sie sich dagegen verschworen hatten, und dann gestanden sie sich, daß sie nur noch drei Tage wohnen bleiben konnten.

Da fühlte jeder: Wir gehören uns nur noch drei Tage und drei Nächte . . . . und dann werden wir weiter sehen, dachten sie. Und jeder machte ein entschlossenes Gesicht.

Sie schlossen sich in ihr Zimmer ein und liebten sich. Immer wieder fielen sie sich um den Hals und liebten sich. Sie aßen und tranken nichts, und wenn eins sich an den Tisch setzte und eine lebte Zeile schreiben wollte, flugs sprang das andere hinzu und küßte und drängte so lange, bis alles im Taumel wieder unterging.

Sie fürchteten sich allein, und jeder floh das Erwachen.

Doch am Mittag des zweiten Tages wachten sie auf, und ihre Blicke trafen sich. Lange maßen sie sich wie zwei Fechter, die gegeneinander schreiten.

Er senkte den Kopf und schien zu allem entschlossen.