Wie die Verzweiflung, drückt jetzt den König das Glück nieder.

Während Jehan draußen in jäher Machtentfaltung über das Land wächst, niedergedrückt von der Wucht seines Glücks in das Gemach der beiden Frauen tritt, taumelnd in der Erlösung: ich bin nicht der Herr der Welt, in der Liebe ruht — gebiert sich jeder neue Tag. Frohlockend gegen Gott, und die Heiligen glauben ihm.

Jehan sitzt auf den Stufen seines Palastes und singt. Das Volk singt, die Krieger, Bauleute. Die elfenbeinerne Pracht der Mahalssäule steigt empor über alle Wunder der Welt. Die Perser dringen ins Land und ziehen vor Jehans Stadt. Jehan weiß, daß sie sein Schwert in alle Winde stieben lassen wird. Ich bin nur einer, fühlt der König — das Volk singt. Ich bin das Volk nicht mehr, und — dazu ist es schon zu spät, ahnt er. Er singt, getragen von dem Glück der Welterlösung.

Es ist zu spät — Jehan, heißt es; wo sind deine Brüder? Jehan weiß keinen Bruder, es schmerzt.

Eine neue Angst breitet sich, aber Jehan lächelt: Ich glaube dennoch, wird es mich auch treffen, der eine wird zu Ende gehetzt.

Die Qual seines Stammes rast. Die Edlen empören sich. Des Königs körperliche Hülle zittert. Eine Schlacht wird geschlagen. Ein Sohn Jehans erkämpft den Sieg. Jehangir entthront den Vater. Stecht ihm die Augen aus, ich will der Welt meine neuen Wunder bringen, ruft er.

Der blinde Jehan modert im Kerker mehr als dreißig Jahre. Ein Heiliger dient ihm, des Königs Haupt deckt Asche. Jehan singt aus dem Kerker gegen die Welt sein spätes Glück. Es wuchtet auf der Arbeit der Lastträger. Glüht über aller Pracht und dehnt sich im Strom des heiligen Flusses.

Bis Jehangir eine neue Stadt viele tausend Meilen weiter ins Innere baut. Denn Jehangir, geliebt in der Vereinigung der Frauen, lockt das Verhängnis, auch wenn Jehan im Traum zu ihm spricht.

Ob wohl die beiden noch zusammenkommen?

Unter der Weltenlast der Verantwortung zur Macht, sich zu entfalten und sich zu schenken — daß die Liebe über das Glück sich breitet. In Traumbildern, Maschinen und Unsterblichkeit — statt endlich herzugehen im Schatten aller Frauen, daß jedwedes Leben sich befreit! Daß das Glück aus dem Wesen der Frau Gemeinschaft wird!