Luftkissen mit Blasebalg, 1405.

Hier zeichnet uns Kyeser ein aus Leder zusammengenähtes Luftkissen. Rechts oben erkennen wir einen kleinen Blasbalg, durch den man es füllen kann. Mit den beiden Riemen bindet man die Füllöffnung fest zu: „Das aufblähbare Ruhekissen wird auf allen vier Seiten mit starker Naht versehen, sodann ein Blasbalg in dasselbe eingeführt, dadurch mit Luft gefüllt und dann mit Schnüren unterbunden.“


37.
Schneeschuhe.

Schneeschuh, Holzschnitt von 1645.

Daß Schneeschuhe, Schlittschuhe und andere meist nur zu lustigem Sport dienende Geräte in einem Feldzug eine hohe Bedeutung haben, hat der vergangene Winter uns gelehrt. Der heute so beliebte Schneeschuh, auf dem man schnell über losen Schnee dahingleiten kann, hat seinen Vorläufer in dem Schneeschuh, der nur das tiefe Einsinken in den Schnee zu verhindern hat, in dem sogenannten Schneereifen. Schon Xenophon berichtet uns ums Jahr 350 vor Chr., daß die Armenier zur Winterzeit ihren Pferden Säcke um die Füße binden, um die Sohlenfläche des Tieres zu vergrößern und so das Einbrechen zu verhindern. Fast 400 Jahre später erzählt Strabon, das man im Kaukasus ungegerbte Ochsenfelle unter die Füße befestigte, um im Schnee nicht einzubrechen. In Norwegen war der Schneeschuh im 10. Jahrhundert schon bekannt. Die altnordische Mythologie hat eine besondere Schneeschuhgöttin. Das Schiff wird dort auch „Schneeschuh des Meeres“ genannt, woraus man schließen kann, daß der Schneeschuh im Norden älter ist, als die Seeschiffahrt. Das um das Jahr 1265 verfaßte Buch „Konungs skuggsjá“, d. h. Königsspiegel, eine zusammenfassende Beschreibung von Grönland sagt: „Die Vögel im Fluge oder die schnellsten Windhunde oder Rennntiere überholt der Läufer mit Schneeschuhen an den Füßen.“

Schneereifen, 1405.