35.
Erschröckliche Kriegsmaschinen.

Erinnern wir uns, daß Kyeser in der Zeit lebte, da Geschütze und Gewehre noch neu waren, und die Kriegsweise des Altertums noch nicht verdrängt hatten. So wundert es uns nicht, in seinem Werk eine Reihe von Kriegsmaschinen zu finden, denen auch er keine Bedeutung mehr beimessen konnte, die er aber erwähnen mußte, um zu zeigen, daß er das durch die Länge der Zeit Geheiligte kannte und anscheinend schätzte.

Das „Martiale“, 1405.

Da sehen wir denn z. B. wie zwei Krieger einen riesigen eisernen Kopf auf einem Rädergestell einen Hügel hinanschieben: „Dieses bewaffnete Haupt, das auf zwei Rädern geschoben wird, und beiderseits mit den Ohren schneidet, tötet, was es mit seiner Zunge und dem Horn sticht, und wird Martiale genannt. Innen von Holz, ist es von außen mit starkem Eisen gerüstet, damit es nicht mit zweischneidigen Hämmern oder anderen Werkzeugen zerstört werden kann. Der indische König Porus führte dieses Kriegsgerät, durch das er die Feinde besiegte, indem er viele damit tötete.“

Es ist also einer der in der Kriegsführung des Altertums beliebten Sichelwagen, zu seiner Wirkung jedoch auch auf das Grauenerregen berechnet.


36.
Luftkissen im Mittelalter.