Wir wissen heute, daß man schon im alten Rom den Aufzug kannte, und dazu benutzte, um ohne lange Zwischenpausen die Kämpfer und die wilden Tiere im großen Zirkus in die Arena fahren zu lassen.

Aufzug mit Windradbetrieb, 1405.

Kyeser zeichnet hier einen Aufzug, und wenn wir von der etwas wunderlichen Zeichnungsart absehen, ist die Darstellung ohne weiteres verständlich. Wir erkennen die senkrecht stehenden Fahrschienen, zwischen denen der Fahrkorb auf- und abgleitet. Nun ist aber noch eine Maschinerie vorhanden, bestehend aus zwei ein wenig rückwärts gelagerten Achsen, die an jedem Ende ein großes Windrad tragen. Um die Achsen schlingt sich das Förderseil, und zieht, vorausgesetzt, daß Wind geht, den Fahrkorb in die Höhe. Die Einzelheiten der Maschinerie, besonders die Ausrückvorrichtung, die Bremse usw. läßt Kyeser in seiner Skizze weg. Erklärend sagt er: „Die durch Wind arbeitende hölzerne Maschine wird auf diese Weise gebaut: in dem in der Mitte befindlichen Kasten sitzt der Mann, der sich durch Straffziehen des Seiles emporhebt, durch Nachlassen herabläßt. Manche bringen unten noch zwei Windräder an, dann ist der Gang sicherer, kräftiger und schneller.“


34.
Spiegelnde Schilde.

Der Spiegel als Waffe, 1405.

Spaßig wirkt die Kyesersche Erklärung zu einer Malerei, die zwei geharnischte Ritter im Dolchkampf zeigt. Oben links scheint die Sonne in glühender Fülle: „Wenn der Kämpfende seinen Schild nach der Sonne richtet, verrichtet er mit Hülfe der Sonne Mannes-Taten; denn flimmernde Strahlen entsendet die Leuchte des Himmels und blendet das Auge des anderen Mannes, der so besiegt werden muß. Denn der Schild spiegelt das Bild der Sonne wieder.“