56.
Die Schnellfeuergewehre von Kaiser Maximilian I.

Kaiser Maximilian I., der den Ehrennamen „der letzte Ritter“ führt, kann auch den Titel „der erste Artillerist“ für sich in Anspruch nehmen. Von seinen Bemühungen um die Ausgestaltung des Artilleriewesens zeugen noch heute die überaus prächtigen, in seinem Auftrag gemalten Inventare der Zeughäuser seiner Lande. Die Feuerwaffen, sowohl die großen Geschütze, wie die kleinen Gewehre, bekamen durch die Bemühungen des Kaisers erst den ihnen gebührenden Platz im Heer.

Besonders bemühte sich der Kaiser um die Einführung mehrläufiger Geschütze und Gewehre. Bei den Geschützen dieser Art lagen drei bis sechs Rohre gleich Orgelpfeifen nebeneinander. Man nannte sie deshalb Totenorgeln. Auch kommt ein Geschütz in den Zeughausbüchern vor, bei dem fünf Lagen von je acht Rohren übereinander liegen. Die Zündlöcher einer jeden Lage waren durch einen gemeinsamen Kanal miteinander verbunden, sodaß dieses Schnellfeuergeschütz fünf Salven von je acht Schuß hintereinander abgeben konnte.

Unten: Abschießen eines Schnellfeuergewehres mittels der Lunte.
Oben: Zwei solche Schnellfeuergewehre.

Sonderbar ist der Gedanke des Kaisers, vier Gewehrrohre auf einem Schaft zu vereinigen. Er nannte diese, oben abgebildete Gewehrart „Schaufelpüchsen“. Wir erkennen, wie ein Krieger die Schaufelbüchse unter dem rechten Arm hält, während er sie mit der linken Hand richtet. Ein Kriegsknecht zündet den einen Lauf der Schaufelbüchse mittelst einer Lunte. War auch der nebenliegende Lauf auf diese Weise abgeschossen, so wendete der Schütze das Gewehr, und es konnten alsdann das dritte und das vierte Rohr der Schaufel abgeschossen werden. Ein etwas umständliches Verfahren.

Die Abbildung zeigt über den beiden Schützen zwei Schaufelbüchsen in deutlicherer Darstellung.


57.
Das erste Wellblech.

Die große Bedeutung des gewellten Bleches ist im gegenwärtigen Kriege beim Bau von Unterständen wieder erkannt worden. Soviel man bisher wußte kam das Wellblech zuerst im Jahre 1837 als Zinkplatten von 16 Zoll Länge und Breite auf, und wurde damals zu einem der Dächer des Botanischen Gartens in Paris verwendet. Man stellte es zunächst mittelst eines Fallwerkes her, versuchte seit 1854 in Amerika aber auch die Herstellung auf dem Walzwerk.