Vom Dorfschmied, der nahe der Burg des Ritters wohnte, ließ er sich eine Eisenhand anfertigen, die sich noch heute im Besitz seiner Familie befindet. Sie ist roh gearbeitet. Die vier Finger sind nur gemeinsam in ihrer gekrümmten Stellung nach innen hin beweglich, und während man sie bewegt, nähert sich ihnen der gekrümmte Daumen. So konnte Götz zwischen Daumen und Finger die Schwertscheide, die Zügel, oder sonst etwas einklemmen. Drückt man auf einen Knopf oben auf dem Handrücken, dann springen Finger und Daumen wieder auseinander. In späteren Jahren ließ Götz sich eine sorgfältig gearbeitete Eisenhand anfertigen, die gleichfalls noch erhalten ist. An ihr ist jedes einzelne Fingerglied verstellbar, und drei verschiedene Druckknöpfe lassen das Handgelenk, die Gelenke des Daumen und die Gelenke sämtlicher Finger wieder in Streckstellung springen.
Eiserne Hand, um 1450. Die eisernen, gekrümmt stehenden
Finger sind nur paarweis, der Daumen ist allein beweglich.
(Im Besitz des Gymnasium zu Neu-Ruppin.)
Sind die Eisenhände des Götz die bekanntesten, die ältesten sind sie bei weitem nicht.
Bereits der Urgroßvater des berüchtigten römischen Staatsmannes Catilina, der im zweiten punischen Krieg um 210 vor Christus die rechte Hand verloren hatte, ließ sich dafür eine eiserne anfertigen.
Die älteste wohlerhaltene Eisenhand habe ich hier abgebildet. Man fand sie im Jahre 1836 beim Brückenbau in Alt-Ruppin. Sie mag 50 bis 100 Jahre älter sein, als die Eisenhände des Götz.
In späteren Jahrhunderten wurden künstliche Hände für Kriegsbeschädigte häufig angefertigt. Auch mehrere fürstliche Personen, die im Kriege eine Hand verloren hatten, ließen sich mechanische Eisenhände anfertigen.
Als der berühmte österreichische Waffenschmied Girardoni im Jahre 1779 bei der Probe eines von ihm konstruierten Magazingewehres die Linke verloren hatte, fertigte er sich selbst eine so künstliche Eisenhand, mit der er an der Werkbank arbeiten konnte. Diese unglückliche Explosion veranlaßte ihn aber auch, das gefährliche Pulvermagazin aufzugeben, und ein Luftmagazin anzuwenden. So wurde er, wie wir noch hören werden, zum Erfinder der Kriegs-Windbüchse.