Der Spitzweg ist reizend! dies köstlich törichte Einst und dies sinnlos grauenvolle Jetzt!

Hagéville, 25. X. 14.

August Macke †.

Das Blutopfer, das die erregte Natur den Völkern in großen Kriegen abfordert, bringen diese in tragischer, reueloser Begeisterung.

Die Gesamtheit reicht sich in Treue die Hände und trägt stolz, unter Siegesklängen den Verlust.

Der Einzelne, dem der Krieg das liebste Menschengut gemordet hat, würgt in der Stille die Thränen hinunter; der Jammer kriecht wie der Schatten hinter den Mauern. Das Licht der Öffentlichkeit kann und soll ihn nicht sehen; denn die Gesundheit des Ganzen will es so.

Aber die große Rechnung des Krieges ist mit alledem nicht beglichen. Das grausame Ende kommt schleichend, langsam, sicher nach, in Zeiten, in denen der Quell des Leides nur mehr langsam rinnt.

Dieses Furchtbare ist der Zufall des Einzeltodes, der mit jeder tötlichen Kugel das spätere Geschick des Volkes unerbittlich bestimmt und verschiebt. Im Kriege sind wir alle gleich. Aber unter tausend Braven trifft eine Kugel einen Unersetzlichen. Mit seinem Tode wird der Kultur eines Volkes eine Hand abgeschlagen, ein Auge blind gemacht. Wieviele und schreckliche Verstümmelungen mag dieser grausame Krieg unsrer zukünftigen Kultur gebracht haben? Wie mancher junge Geist mag gemordet sein, den wir nicht kannten und der unsre Zukunft in sich trug.

Und manchen kannten wir gut, ach nur zu gut! —

August Macke, der „junge Macke“ ist tot.