Man kann sich diese Arbeit noch etwas erleichtern durch Benutzung einer Klemmvorrichtung, wie sie in [Fig. 109] abgebildet ist. Sie besteht sozusagen aus einer dreiteiligen Presse, deren Mittelstück durch einen Riegel verschlossen werden kann. Die untere Platte ist mit zwei Reihen Zähnen versehen, die genau der Perforation des Filmbandes entsprechen, während die seitlichen Deckelplatten entsprechende Löcher haben. Zum Verkleben bringt man die beiden Filmenden auf diese Platte, derart, daß die zu verklebenden Stücke aufeinander liegen, und klappt die Deckel rechts und links herunter, wodurch ein Verschieben der Enden verhindert wird. Alsdann bestreicht man die Klebstellen mit der Klebmasse und schließt den mittleren Bügel, sodaß die Filmstücke fest aufeinander gepreßt werden. Durch das Eingreifen der Zähne in die beiden Filmenden wird der genaue Abstand der Löcher an der Klebstelle garantiert und ferner bietet dieses Einklemmen den Vorteil, daß hier ein Verrutschen der Klebstücke aufeinander ausgeschlossen ist.
Fig. 109.
Es ist noch eines zu beachten. Die Filmenden sollten derart zusammengeklebt werden, daß beim Durchlaufen durch die Türe an der Klebstelle die Kante des oben angeklebten Stückes nach vorne, dem Objektiv zu, zeigt. Andernfalls könnte diese Klebkante, wenn sie nicht tadellos aufsitzt, gegen die Türe stoßen und sich lockern. Da die Schichtseite des Film dem Kondensor zugekehrt ist, erhält man eine richtige Klebweise, wenn man das etwa 3 mm breite Klebende, das von der Schicht befreit wird, an demjenigen Filmstück anbringt, wo es an die Kopfseite, oberhalb eines Filmbildchens zu liegen kommt. Manche Vorführer machen die Klebstelle schräg über den Film herüber; hierbei ist das oben gesagte ebenfalls zu beachten.
Stellen im Filmbande, die stark verkratzt sind und sich bei der Projektion unangenehm bemerkbar machen, schneidet man am besten heraus, und zwar verfährt man dazu genau so, wie eben beschrieben wurde. Wenn der Film am Rande einen kleinen Einriß hat, so genügt es, ein entsprechend großes, blankes Filmstück dagegen zu kleben, nachdem man wenn nötig die Einrißstelle zuvor ausgeschnitten hat. Diese kleinen Einrisse zeigen sich meist an den Löchern; das aufzuklebende Stück muß daher mit einem Loch versehen sein und die Löcher müssen genau zur Deckung gebracht werden. Damit die Teile gut aufeinander haften, darf man nicht versäumen, sie nach Aufstreichen des Klebstoffes kurze Zeit recht fest aufeinander zu pressen. Ein ev. überstehendes Stückchen an der Klebstelle schneide man ab. Auch hier beachte man, daß beim Kleben stets Celluloid auf Celluloid liegen muß.
Nun kommt die Prüfung der Klebstellen! Man kontrolliere dabei, ob die Stücke richtig aufeinandersitzen und ob die Ränder bis in die Ecken fest ankleben. Die Ränder selbst schabt man, wenn nötig, mit einem Radiermesser oder mit Sandpapier ab, damit der Film an dieser Stelle glatt wird und nicht Gefahr läuft, beim Durchlauf durch das Werk irgendwo hängen zu bleiben.
Eine Nachprüfung des geflickten Film ist sehr zu empfehlen; man tut gut, das Band bei dieser Gelegenheit durch einen Lederlappen laufen zu lassen, der darauf sitzende Schmutzteilchen entfernt. Allerdings muß man berücksichtigen, daß starke Reibung das Filmmaterial elektrisch macht, wodurch es die Neigung bekommt, Staubteilchen anzuziehen. Verschmierte Films reinigt man vorsichtig mittels Benzin. Zeigt der Film auf der Celluloidseite Kratzen und Schrammen, so streicht man mit einem Filzstreifen Zaponlack darüber; man kann dadurch, wenn auch nicht immer ganz, so doch zum Teil Abhilfe schaffen. Bei Kratzen, Löchern und sonstigen Fehlern in der Schicht gibt es kein anderes Mittel als Retusche. Stark verkratzte Stellen schneidet man, wie oben gesagt, am besten aus.
Nun noch eines! Was tut der Vorführer, wenn während der Vorführung der Film zerreißt? Rasche Abhilfe ist dringend notwendig, wenn die Störung nicht noch schlimmer werden soll. Das einfachste Mittel besteht darin, die beiden Enden mit einem Stück Heftpflaster zusammen zu kleben; wenn solches fehlt, tut's auch Freimarkenpapier. Man klebe aber das Pflaster nur auf die Celluloidseite, nicht auf die Schicht; denn letztere würde darunter leiden und man müßte beim nachträglichen ordnungsgemäßen Verkleben diese Stücke fortschneiden. Ein Zusammenheften der Filmenden mit einer Nadel ist nicht zu empfehlen. Wenn man aber mangels anderer Hilfsmittel eine Nadel nehmen muß, so lege man in der Aufrollvorrichtung ein Stück Papier oder Stoff unter und über die Flickstelle, damit die Filmlagen unter und über der Nadel nicht beschädigt werden. Die durchstochenen Stellen müssen nachher fortgeschnitten werden und infolgedessen hat man bei diesem Verfahren mehr Verlust als bei der Benutzung eines Pflasters.