Die Instandhaltung des Mechanismus.

Es wurde schon darauf hingewiesen, daß alle Teile des Apparates, mit denen der Film in Berührung kommt, recht sauber gehalten werden müssen, weil sich dort Celluloidstaub und Gelatinekörner absetzen, die sich nach und nach zu einer harten Kruste verfestigen und die dann auf Film wie Apparat schädlich wirken. Namentlich neue Films neigen dazu, in der Türe, dort wo der Film aufliegt, eine feste, harte Masse anzusetzen, und es kommt vor, daß der Film dann mit einem pfeifenden Geräusch durch den Apparat läuft. Man muß eine solche Kruste sofort nach Durchlauf des Film entfernen; sie sitzt so fest, daß ein hartes Instrument, z. B. ein meißelartig zugeschärftes Stahlplättchen, das die Breite des Film hat und in die Türe paßt, dazu erforderlich ist. Dies Ansetzen einer harten Kruste bei neuen Films wird vermieden, wenn man die Schienen, worauf der Film läuft, um eine Spur — den Bruchteil eines Millimeters — schräg feilt, sodaß der Film nach innen ein wenig mehr Spiel hat. Ferner empfiehlt es sich, auf die Teile der Türe, worauf der Film schleift, etwas Vaseline zu geben, aber nur sehr wenig. Man reibt die Vaseline darüber und nimmt den Überschuß ab: der Hauch, der darauf bleibt, genügt. Jedesmal, wenn eine Filmrolle durch den Apparat gelaufen ist, gehe man mit dem Finger über die Türe und überzeuge sich, daß die Schienen bezw. Federn noch vollkommen glatt sind.

Auch die übrigen Teile des Werkes müssen regelmäßig sorgfältig gereinigt und gepflegt werden, wenn der Apparat nicht mit der Zeit »auf den Hund« kommen soll, wie das leider durch Vernachlässigung nicht selten geschieht. Sämtliche Läger der Trommeln und Räder sind zu ölen, desgleichen die Achsen oder Führungen des automatischen Feuerschutzes. Dabei gebe man nicht zu viel Öl auf und beachte, daß sich das Öl nicht über den Mechanismus verbreite. Malteserkreuz-Apparate, die für Dauerbetrieb bestimmt sind, werden jetzt mit einem Ölbehälter versehen, in dem Malteserkreuz und Eingriffscheibe laufen. Bei zu starker Füllung spritzt das Öl heraus. Es ist gut, wenn der Behälter einen Ablauf hat, der überflüssiges Öl fortholt. Gerade durch das Apparatöl geschieht den Films der meiste Schaden.

Bei der Wahl des Öles sei man nicht gleichgültig. Ein Öl, das sich verdickt, ist untauglich. Man benutze ein dünnflüssiges, vor allem säurereines Öl, wie es z. B. für die Gasmotore gebraucht wird. Durch einen geringen Zusatz von Schweineschmalz oder Knochenöl (aber reinem!) wird die Schmierfähigkeit gehoben. Gutes Öl ist sparsamer im Gebrauch als minderwertiges. Von Zeit zu Zeit — bei Dauerbetrieb jeden Tag — ist das Öl nebst dem darin angesetzten Staub durch Petroleum auszuwaschen; man gebe das Petroleum mit einem Ölkännchen ein und putze die herauslaufende Schmiere sofort mit einem Lappen ab. Besonders bei neuen Maschinen, an denen noch von der Fabrikation her Metallstaub haftet, ist ein sorgfältiges Auswaschen wichtig.

Auf die Zahnräder gibt man kein Öl. Man mag die Zähne mit Vaseline einschmieren, dem ein kleiner Graphitzusatz beigegeben ist. Auch Bienenwachs wird empfohlen, wenn die Zahnräder durch langen Gebrauch etwas ausgearbeitet sind; hier heißt es ebenfalls, das Überflüssige mit einem Lappen entfernen. Unter keinen Umständen darf der Drahtspiralzug, der vielfach benutzt wird, um die Aufrollvorrichtung anzutreiben, geschmiert werden; denn dann gleitet er auf den Scheiben und transportiert nicht; man halte den Spiralzug vielmehr trocken, damit eine kräftige Reibung entwickelt wird. Bei Friktionsantrieb lege man von Zeit zu Zeit die Lederscheibe, wenn eine solche benutzt wird, in Benzin, um das darauf gekommene Öl herauszuwaschen. Zur Verhütung von Rostbildung gehe man über die anderen Apparatteile mit einem fettigen Lappen, ohne sie dabei zu verschmieren.

Wenn der Apparat dem Dauerbetrieb ausgesetzt ist, wie er im Kinematographentheater statt hat, so werden verschiedene Teile der Abnutzung unterlegen sein. Da ist für rechtzeitigen Ersatz Sorge zu tragen. Man habe Obacht auf die Zahntrommeln, namentlich auf die kleine, ruckweise bewegte Zahntrommel des Malteserkreuzapparates. Die Zähne schleißen aus; sie werden mit der Zeit hakenförmig und reißen dann in den Film ein. Dieses Aushöhlen der Zähne zeigt sich besonders bei der Gabel des Greiferapparates. Auch die übrigen Teile des Bewegungsmechanismus müssen unter Kontrolle gehalten und wenn nötig ersetzt werden. Besondere Aufmerksamkeit widme man ferner der Türe; die Druckfedern werden mit der Zeit verschleißen und Ersatz bedingen. Beim Einsetzen neuer Federn beachte man, daß diese den Film nicht zu fest, aber doch hinreichend fest andrücken. Wenn der Druck zu schwach ist, vibriert der Film und das Bild tanzt innerhalb der Einrahmung auf und ab. Bei zu starkem Druck wird der Film und namentlich seine Perforation strapaziert.

Es empfiehlt sich, das Werk von Zeit zu Zeit Teil für Teil einer sorgsamen Prüfung zu unterziehen und zu kontrollieren, ob alles noch richtig arbeitet, ob die Rollen richtig und gerade gegen die Zahntrommeln sitzen usw. Diese Mühe macht sich reichlich bezahlt; wer sich ihr unterzieht und etwa auftretenden Mängeln rechtzeitig abhilft, hat stets einen gut laufenden Apparat zur Hand und ist davor gesichert, daß durch schlechtes Funktionieren die Films verdorben werden.