Fig. 56. Kühlgefässe. Fig. 57.
Damit nun das Kühlgefäß ausreichend wirkt und seinen Zweck erfüllt, muß es eine ziemliche Breite haben und ferner muß die Kühlflüssigkeit genügend kalt bleiben, da sie bei starker Erhitzung ihre Eigenschaft, die Wärmestrahlen zurückzuhalten, verliert. Die erforderliche Breite des Kühlgefäßes richtet sich nach der zur Verwendung kommenden Stärke des Bogenlichtes, das ja in der Regel benutzt wird. Ein dauerndes Kaltbleiben der Kühlflüssigkeit erzielt man am sichersten durch Anschluß an die Wasserleitung. Das Gefäß wird dazu mittels zweier daran angebrachter Hähne durch Schläuche einerseits mit der Wasserleitung oder auch einem hochgestellten Vorratsbassin, andererseits mit dem Abflußrohr oder einem Eimer verbunden. Der Wasserhahn wird derart einreguliert, daß sich ein langsamer Durchlauf ergibt. Einen Ersatz für diese Anordnung bietet in gewissem Maße die in Figur [57] dargestellte, nach Angabe von Oberingenieur Ruppert konstruierte Form. Es sind da nämlich beiderseits Zirkulationsgefäße angebracht, die mit dem Hauptgefäß durch Kommunikationsröhren verbunden sind und ihm durch Zirkulation immer wieder abgekühlte Flüssigkeit zuführen, da die Seitengefäße außerhalb der Laterne stehen und nicht erwärmt werden. Wenn man das einfache Kühlgefäß ([Fig. 56]) zur Anwendung bringt und dabei ohne Anschluß an die Wasserleitung arbeiten will, so wird es meist erforderlich erscheinen, die Kühlflüssigkeit nach einiger Zeit, etwa 1/2 bis 3/4 Stunden, zu erneuern; besser tut man noch, ein zweites Gefäß zum Auswechseln bereit zu halten.
Als Kühlflüssigkeit verwendet man in diesem Falle abgekochtes, destilliertes Wasser; nicht abgekochtes Wasser setzt beim Erwärmen Luftblasen an. Wenn man Glyzerin benutzen will, welches auch empfohlen wird, da es die Wärmestrahlen stark absorbiert, so nehme man nur chemisch reines Glyzerin.
Das Kühlgefäß wird vor die Laterne, also zwischen Kondensor und Film oder Glasbild, gestellt. Zweckmäßiger ist aber die von mir gegebene Anordnung, wonach der Trog zwischen den Linsen des Kondensors angebracht wird; sie hat den Vorteil, daß die Lichtstrahlen als annähernd paralleles Bündel in senkrechter Richtung durch die Flüssigkeit gehen und somit keinerlei Ablenkung erfahren. Ferner können hierbei die Glasbilder näher an den Kondensor gebracht werden, sodaß Linsen der üblichen Größe zur Erzielung einer gleichmäßigen Beleuchtung genügen, während die Bilder sonst, wenn das Kühlgefäß vor dem Kondensor steht, in gewissen Abstand davon kommen und zu ihrer völligen Beleuchtung daher entsprechend größere Linsen erforderlich sind.
Die Kühleinrichtung wurde vielfach als unbedingt erforderlich für die kinematographische Projektion hingestellt, und sie hat gewiß viel für sich; denn der Film kann dadurch, vorausgesetzt, daß das Gefäß hinreichend breit ist, gegen Beschädigung durch die Strahlen, namentlich gegen Entzündung, geschützt werden. Von den Vorführern wird das Kühlgefäß in der Regel als »überflüssiges Möbel« betrachtet, und bei sorgsamer Handhabung erscheint es auch entbehrlich, besonders wenn der Apparat mit einer zuverlässig funktionierenden, automatischen Feuerschutzeinrichtung versehen ist. Wertvoll ist die Kühlung in Fällen, wo es gilt, einzelne Bilder aus den Films zu projizieren, wie das bei wissenschaftlichen Aufführungen vorkommen mag. Andererseits kann das Kühlgefäß geradezu gefährlich werden, wenn sich der Vorführer völlig auf dessen Wirkung verläßt und es dabei versäumt, die Flüssigkeit rechtzeitig zu erneuern.
Wärmeschutz durch Gitter.
Neuerdings wurde von der Firma Liesegang festgestellt, daß ein feines Raster oder Gitter in hohem Maße die Wärmewirkung der Strahlen schwächt. Das Raster — am einfachsten dient diesem Zwecke ein feinmaschiges Drahtnetz — wird zwischen Kondensor und Film eingeschaltet; dadurch ist ein vollkommener Schutz des Filmbandes gegen Entzündung gewährleistet. Beim Arbeiten mit hoher Stromstärke muß allerdings das Netz nötigenfalls doppelt genommen werden. Dies Verfahren läßt sich vorteilhaft anwenden, wenn aus einem Film einzelne Bilder projiziert werden sollen. Zwar bringt die Methode einen ziemlichen Lichtverlust mit sich, doch kommt dieser hier weniger in Betracht, als ja auch bei der normalen kinematographischen Vorführung ein Teil des Lichtes — nämlich durch die Blendscheibe — geraubt wird. Zweckmäßigerweise kann das Drahtnetz an Stelle der undurchsichtigen Scheibe des automatischen Feuerschutzes treten; bei Stillstand des Werkes wird dann das Netz selbsttätig in den Strahlengang eingeschaltet. Will man also ein einzelnes Bildchen allein projizieren, so braucht man das Werk nur anzuhalten. Ferner bietet diese Anordnung den Vorzug, daß der Vorführer beim Einspannen eines neuen Filmbandes Licht hat.