Ziehen des Bildes.
Diese Erscheinung wird veranlaßt durch eine falsche Einstellung der Verschlußblende. Wenn diese nämlich falsch sitzt, so wird der Wechselvorgang ganz oder teilweise sichtbar gemacht. Es zeigt sich dies namentlich bei den Titeln, indem die auf schwarzem Grunde befindlichen Buchstaben nicht scharf umgrenzt, sondern nach oben oder unten um ein verschwommenes Stück ausgezogen erscheinen. Man muß in diesem Falle die Stellung der Blende kontrollieren, und zwar geschieht dies folgendermaßen. Nachdem ein Film eingespannt ist, dreht man das Werk ganz langsam, am besten am Schwungrad, und beobachtet den Augenblick, wo der Film in der Türe anfängt, sich zu bewegen. In diesem Moment muß die Blende das Objektiv gerade verschließen bzw. den darauf auftretenden Lichtkegel absperren. Alsdann dreht man weiter und beobachtet den Moment, in dem der Film wieder in Ruhe kommt, und kontrolliert, ob die Blende jetzt beginnt, das Objektiv zu öffnen. Hat die Verschlußblende zwei oder mehrere verschieden große Flügel, so dient zum Abdecken der größte.
Vibrieren oder Tanzen des Bildes.
Man muß da zweierlei unterscheiden: erstens ein Auf- und Abgehen des ganzen Bildes auf dem Projektionsschirm und zweitens ein Vibrieren der Bildkonturen allein, wobei die Umrandung fest stehen bleibt. Der erste Fall tritt ein, wenn es dem Apparat an einer genügend stabilen Aufstellung fehlt. Man muß dann für eine kräftigere Unterlage sorgen und eventuell noch nachprüfen, ob einzelne Teile des Apparates selbst, namentlich das Objektiv, beim Betriebe zittern. Ein Tanzen der Bildkonturen kann durch verschiedene Ursachen herbeigeführt werden, und zwar mag der Fehler einmal im Film selbst liegen, indem bei der Aufnahme die Kamera vibrierte oder aber indem die Perforation des Filmbandes durch häufige Benutzung »ausgeleiert« ist. Hat man mit einem einwandfreien Film zu tun, so gilt es den Apparat nachzuprüfen. Da wird man nachsehen, ob die Einklemmung des Bandes in der Türe eine genügende ist und fernerhin, ob der Bewegungsmechanismus »toten Gang« hat. Bei Schlägerapparaten wird, wenn man sie mit der Hand antreibt, ein Vibrieren des Bildes leicht dadurch hervorgerufen, daß man die Kurbel stoßweise dreht, indem dann der Film verschieden starken Schlägen ausgesetzt ist. Man drehe die Kurbel möglichst gleichmäßig »aus dem Handgelenk«.
Zerreißen des Filmbandes oder Ausreißen der Perforation.
Dieser Fall wird eintreten, wenn man vergessen hat, beim Einspannen den Film oberhalb und unterhalb der Türe einen Bausch bilden zu lassen, wie es in Fig. [42] angedeutet ist. Häufig sind eingerissene Stellen am Filmband oder besonders schlechte Klebstellen daran schuld, daß das Band irgendwo im Mechanismus stockt und zerrissen wird. Auch ein zu kräftiges Anziehen der Aufrollvorrichtung kann zum Zerreißen des Filmbandes führen; bei den Apparaten, welche eine Friktionsscheibe haben, darf man daher die Regulierungsschraube nicht zu fest anziehen.
[Das kinematographische Aufnahmeverfahren]
Nachdem heute zahlreiche Fabriken bestehen, die tagtäglich ungeheure Mengen von Filmbändern herausbringen, wird die Selbstherstellung kinematographischer Bilder in der Regel nur dann in Frage kommen, wenn es sich um besondere wissenschaftliche oder aktuelle Aufnahmen handelt. Wer sich damit befassen will, findet ausführliche Anweisung im »Handbuch der praktischen Kinematographie«, 3. Auflage. Hier mag ein kurzer Überblick über das Aufnahmeverfahren genügen. Eine kinematographische Kamera zunächst zeigt Fig. [50]. Der lichtempfindliche Film sitzt in der oben angebrachten Kassette, läuft dann um die obere Zahntrommel und wird von dieser der Belichtungsstelle zugeführt. Vorn im Apparat, hier nicht sichtbar, befindet sich der Mechanismus, in diesem Falle ein Greifer, der den Film ruckweise vorwärts bewegt. Der unten stoßweise austretende Film läuft dann über die zweite Zahntrommel und wird dadurch der untern Kassette in gleichmäßiger Bewegung zugeführt. Zu einem vollkommenen Apparat gehört nun u. a. noch eine Einstellvorrichtung, ein Zähler, der angibt, wieviel Film belichtet ist, und ein Geschwindigkeitsanzeiger, woran der Photograph kontrollieren kann, ob er die Kurbel mit der richtigen Schnelligkeit dreht.