Frage: Ob er nicht bedachte, dass er sich durch das Anzünden, dadurch dass seine in der Kiste der Mutter verwahrten Kleider auch mit verbrannten, selbst schade.

Antwort: Dieses fiel mir zwar auch ein, aber ich that es doch, wie schon gesagt, in Hinsicht meines Bruders.

Joseph G. war indess wegen Mangel an Gefängnissen (freilich ein etwas sonderbarer Mangel bei einem Kriminalgerichte) einem Bürger in Verwahrung gegeben worden. — Am 26. Februar wurde das Verhör wegen des Brandes im Berghäuschen gehalten. — Seine Angabe bestand in Folgendem:

„Ich legte im Berghause zweimal Feuer an. Es war schon finstere Nacht, als ich allein in der Küche war und auf Geheiss meiner Mutter Suppe kochen musste. Bei dieser Gelegenheit fiel mir mein Bruder, der Johann, ein, und ich dachte: „Wart', Bruder, nun will ich das Berghaus anzünden, damit du nicht mehr hinein und mich d'rin schlagen kannst.” Aus Zorn gegen meinen Bruder Johann steckte ich in der Stube kurz vorher einen Lumpen, ohne dass es meine Mutter bemerkte, in den Hosensack, und in der Küche ergriff ich in aller Eile aus dem Ofen, worin ich die Suppe kochte, eine feurige Kohle; wickelte sie in den Lumpen und warf sie augenblicklich durch den Rauchfang, welcher nur sechs Schuh vom Boden der Küche entfernt war, auf das Dach. Diese Kohle zündete aber das Haus nicht an, weil sie nur neben demselben auf die blosse Erde fiel. Der Bruder Christian hatte die Kohle hinabfallen gesehen, und auf seinen Ruf lief ich auch hinaus und half ihm die Kohle auslöschen. — Am anderen Tage, als ich allein zu Hause war, nahm ich wieder eine Kohle aus dem Ofen und steckte sie, in einen Lumpen gewickelt, in das Strohdach. — Um keinen Verdacht zu erregen, sprach ich mit meinem Bruder Mathes gleichgiltige Sachen; als ich aus der Nebenkammer das Feuer aufgehen sah, rief ich dem Mathes zu: „Komm, Mathes, es brennt.” — Ich half nun dem Mathes beim Heraustragen der Kleider, weil es mich reute, dass ich das Berghaus angezündet hatte. Indessen kamen Leute herbei — die Hilfe war jedoch vergebens.”

So weit die Erzählung des Joseph G. über seine Thaten, mit welcher die Erhebungen des Gerichtes über den Statt gefundenen Vorgang ziemlich übereinstimmten.

Am 20. März 1810 fand noch ein Verhör Statt, aus welchem wir folgende Fragen und Antworten herausheben:

Frage: Warum er diese Brandstiftung so lange verschwiegen habe.

Antwort: Weil ich fürchtete, in's Zuchthaus zu kommen.

Frage: Er habe angegeben, dass ihn der erste Brand sehr gereut habe, warum er gleich darauf den zweiten gestiftet habe.

Antwort: Mein Bruder Johann hat mich eben in diesem Berghause geschlagen, und darum nahm ich es mir aus Zorn gegen denselben vor, damit er nicht mehr dahinkomme[53].