Die ernannten Kommissarien fanden es, wie sie in ihrem Protokolle vom 28. Hornung 1811 bemerkten, nothwendig, das zu untersuchende Subjekt hinsichtlich seiner Fassungskraft kennen zu lernen, um sich bei der Wahl der Materie der an ihn zu stellenden Fragen darnach richten zu können[72]. Man liess ihn also vorführen: er war heiter, seine Mienen, Gestikulationen und die Art sich auszudrücken[73] zeigten jedoch einen höchst einfältigen, blödsinnigen Menschen. Ueberhaupt zeigte er den niedersten Grad des Erkenntnissvermögens, und man abstrahirte hieraus die Nothwendigkeit, in der Wahl der Verhörsmaterialen zu den einfachsten Begriffen herabzusteigen und nur nach und nach sich Begriffen zu nähern, aus welchen auf eine grössere Denkkraft des Inquisiten geschlossen werden könne[74]. Uebrigens glaubte man sich über solche Gegenstände verbreiten zu müssen[75], welche über die im gewöhnlichen Leben vorkommenden, sodann über die religiösen und moralischen Begriffe des Inquisiten, endlich insbesondere über die von ihm verübten Verbrechen[76] einigen Aufschluss zu geben im Stande sein möchten.

Frage: Wie er heisse.

Antwort: Sepp heiss' ich, aber mit dem Zunamen sell weiss ich nicht.

Frage: Was ein Zuname sei.

Antwort: Sell weiss ich nicht.

Frage: Ob er nie gehört, dass die Leute zwei Namen haben.

Antwort: Nein.

Frage: Ob er noch Eltern habe.

Antwort: Ja, zwei Brüder, einen Vater und zwei Schwestern.

Frage: Ob er keine Mutter habe.