»Warum?«
»Warum? Seine fürstlichen Gnaden geruhen heute sehr ungnädig zu sein.«
»Sehr unangenehm!«
»Nicht wahr? Ich finde das auch. Um Vergebung, Euer Gestrengen, sind diese Papiere in Eueren Händen Todesurteile?«
»Ja.«
»Hm, ich hätte mir das auch ungefragt denken können. Ich hatte noch nie die Ehre, Euer Gestrengen ohne Todesurteil zu sehen. Das gibt Euch ein ganz schauerliches Ansehen. Ich denke mir, die Leute in der Stadt müßten Euer Gestrengen so sehr fürchten, daß alles in die Häuser läuft und sich versteckt, wenn Ihr über die Straße geht.«
Die Glocke des Fürstbischofs unterbrach des Pagen Gespräch. Der Oberschultheiß ward zur Audienz befohlen, und er trat mit einer tiefen Verbeugung in das Prunkgemach.
»Dringende Angelegenheiten?« fragte der Fürst, an einem Marmortische stehend und den rechten Arm auf dessen Platte stützend.
»Zu dienen, Durchlaucht, sehr dringende Angelegenheiten.«