»Soweit ich kann, recht gerne, mein Werter; aber sagt mir, wer hört des Fürsten Klage, wenn er den Gram, der ihn tief drückt, in fremde Herzen schütten will? Wer ist's, der zum Throne hinansteigt und sagt, ich tröste dich? Und glaubt Ihr nicht, es hätte auch mein Fürstenherz in diesen Tagen die schwerste Sorge heimgesucht? Der schönste Glanz, womit ein Fürst sich schmücken kann, sind treue Räte, die zu Recht und Wahrheit stehen. Alle andere Herrlichkeit ist eitel Hohn! Ich kann mich nicht des Glückes rühmen, daß meine Räte mir die Wahrheit sagen. Nur einer war's, der treu zum Rechte stand, und dieser war nicht unter meinen Räten, sein Rat war gut, ich sehe es, doch leider viel zu spät.«
Der Oberschultheiß schwieg und schaute den Fürsten mit fragendem Blicke an.
»Ihr wollt den Namen wissen? Recht gerne willfahre ich Euerem Wunsche. 's ist Pater Spee. Das ist mein bester Freund und Rat.«
Des Gestrengen Auge blitzte zornig auf.
»Was ist Euch?« fuhr Adolf Philipp verwundert fort. »Euer Blick widerstrahlt des Zornes Glut?«
»Der Pater ist mein Feind!« stieß jener heftig heraus.
»Euer Feind? Nein. Pater Spee ist niemandens Feind. Er ist ein Feind der Sache, die ihm böse scheint, doch Menschen haßt er nicht!«
»Ich hasse ihn!«
»Das ehrt Euch nicht!«