»Sagen's nicht die Richter und die weisen Räte?« gab dieser stolz zurück. »Also muß es wahr sein. Erlaubt, daß ich Euch das Ding genau erkläre. So ist die Sache. So eine eine Hexe werden will, ruft sie den Teufel. Der kommt, als Jäger meistens, macht den Handel ab, verlangt die Seele und einen Pakt, mit Blut geschrieben, und gibt dafür Gewalt, an Mensch und Vieh zu schaden. So ist's.«

»Glaub's nicht. Wo bliebe da unser Herrgott?«

»Was schiert ihn das? Will er es nicht hindern, daß ich ihn durch die Sünde verleugne, warum soll er mich hindern, daß ich des Teufels werde?«

»Hört, werter Meister, tut mir den Gefallen, und lasset den Gottseibeiuns aus unserer Rede! Mir ist's, als röch' ich Schwefel und atmete siedendheiße Luft.«

»Wir Ihr wollt. Aber das müßt Ihr mir zugeben, daß in unserer schönen Stadt schon lange kein so verdienstliches Werk geschehen als nun in unseren Tagen, da die Herren mit dem Hexenvolke kurzen Handel machen.«

Meister Rimphold schüttelte den Kopf und schaute trüben Blickes in seinen Weinbecher.

»Begreif' Euch wohl,« fuhr Brinhard eifrig fort. »Ihr seid gar weich gemütet, da tut Euch solches Morden weh. Aber gut und recht ist's doch, ich kann's Euch sagen. Es muß das schlimme Volk mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden, sonst ist die ganze Welt verloren. So ist's!« Und trank den Becher leer.

»Hört mal die Kunde, die aus dem Bambergischen kam!« fuhr er wieder fort. »Da haben sie in Zeil in kurzer Zeit mehr denn hundert Menschen, darunter acht vom Rate, wegen Hexerei verbrannt. Item: Zwei Metzger — denkt euch solche Bosheit! — haben die Weide um Bamberg vergiftet, daß das Vieh elendiglich umkam. Dann haben sie der Leute Augen verblendet, daß sie das tot in die Stadt geschleppte Vieh für lebend hielten, haben das Fleisch verkauft und nicht wenig Menschen dadurch um Leben und Gesundheit gebracht. Was sagt Ihr jetzt zu solcher Kunde?«

»Erklärt mir erst, wie jene die Weide vergiftet haben und wie sie der Leute Augen blenden konnten?« warf Rimphold zweifelnd ein.