»Das klingt ganz gut,« warf der Jüngling zufrieden ein.
»Schweigt!« herrschte die Alte und horchte nach der Straße, von der herauf verworrene Stimmen drangen. Einen Augenblick starrte Angst aus ihren Zügen, dann fuhr sie fort: »Dies Zeichen hier sagt Euch nichts Gutes. Übermut verleitet Euch zu einer Tat, die Euch das Leben kostet, ehe Ihr noch wißt, wie süß das Leben sei. In langer Kerkernacht wird Euch ein Trost noch werden, — das deutet dieses Bild, doch dann —«
Mit einem Stoße flog die Türe auf und Vogt und Schergen traten ein.
Die Alte ward zu Stein, die Augen drangen aus ihren Höhlen und stierten auf den Richter.
»Was wollt Ihr?« krächzte sie und hielt sich mit der Rechten an dem Tische fest.
»Dich, Gertrud Bernin, insgemein die schielende Ammfrau genannt,« entgegnete der Vogt mit hoher Amtsmiene.
»Mich? Und warum?« grinste die Alte.
»Sie ist dringend verdächtig, ja schier schon überwiesen, daß Sie sich mit höchst verdammlicher Zauberei und Hexenkünsten befaßt hat.«
»Schier schon überwiesen?« wiederholte die Alte höhnisch. »Die Herren sind schnell.«