»Kann ihm nicht ganz unrecht geben,« bestätigte der Vogt, mit seinem tiefroten Kopfe gnädigst nickend. »Aber ein Protokoll muß sein, und müßte es in der Luft geschrieben werden.«

»Solches wäre doch reine Hexerei!« spottete der Student.

»Ein ganz erschrecklich böses Maul!« polterte der Gestrenge. »Man wird augenblicklich schweigen. Er aber, Petrus Hänflein, mag sein Protokoll dort am Fenstergesimse schreiben. Quod non est in actis, non est in mundo. Pah, man weiß, was Rechtens ist. Also, ist Er bereit?«

»...... Nach solchem ging man an Untersuchung des Zimmers und fand, wie folgt:

1. Auf dem Tische mit Kohle gezeichnete, sonder Zweifel ganz teuflische Gestalten und böse Zeichen, beinebst einigem Blute.

2. Auf dem Schranke neben dem Bette einen greulichen, wahrhaften Totenkopf, höchst wahrscheinlich bei einem Hexensabbate vom Bösen zu zauberischen Zwecken gegeben.

3. Unterschiedliche Büchslein mit ganz verdächtigen Kräutern.

4. Eine nicht geringe Menge von Gläsern und Fläschlein, gefüllt mit Wassern und Fett, so vermutlich von gebratenen Kindern herrührt.

5. Ist sonderlich auch als ein gar schrecklich Zeichen sicheren Bündnisses mit dem Satan zu bemerken, daß im ganzen Zimmer nicht Kreuz noch Weihbronnen zu finden.«

Der Schreiber spritzte die Feder aus, und der Vogt wischte sich den Schweiß von der Stirne. Als er die Alte ansah, bemerkte er, daß ihr Blick fest nach einem Winkel des Zimmers gerichtet war. Und als er dort eine mächtig große Spinne erschaute, die langsam mit ihren dünnen Beinen an der grauen Wand hinankrabbelte, da drückte er seinen Hut fester auf den Kopf und eilte mit den Worten: »Das ist der Teufel selbst!« aus der Stube. Ihm nach folgten die Schergen mit den beiden Gefangenen und zuletzt Herr Petrus Hänflein, große Kreuze mit zitternder Hand schlagend.