»Seid ihr auch Hexlein und Zauberer?«

»Aber, Pater Spee, wie du nur so fragen kannst!« rief ein kleiner Junge voll Entrüstung aus.

»Böse Menschen,« sprach der Jesuit mit liebevollem Tone, »haben von euch ausgesagt, ihr wäret mit dem Satan im Bunde und treibet gar schlimme Dinge. Ist das wahr, liebe Kinder?«

»Nein, nein, es ist abscheulich, so auf uns zu lügen!« riefen die größeren, während die kleinen voll Angst sich an den Priester schmiegten.

»Ich glaub' euch gern, Kinder. Wie solltet ihr denn auch so böse sein? Seid nur zufrieden! Bald, recht bald führe ich euch wieder zu eueren Eltern. Bis dahin verhaltet euch ruhig. Es ist so düster hier, daß euere kleinen Herzchen gar zu leicht der Traurigkeit verfallen. Da müßt ihr selbst euch helfen. Du, Trine, mußt als die Älteste wie eine Mutter für die Kleinen sorgen. Du mußt mit ihnen beten, spielen und sie trösten. Und du, Jörg, sollst der Knaben Vater sein. Ich komme heute abend wieder, und da soll es mich recht herzlich freuen, wenn ich höre, daß ihr alle geduldig und brav gewesen seid.«

»Du lieber, guter Pater Spee!« riefen des Dankes voll die Kinder und umdrängten und küßten ihn von neuem.

»Und nun laßt uns noch zusammen ein frommes Gebet sprechen, liebe Kinder!«

Die Kleinen knieten sich um den Priester und falteten die zitternden Hände.

»Ave Maria...«