»Gott sei mit euch!« sprach zum Gruß der Jesuit.

Elsa erhob das Haupt. »'s ist Sonnenstrahl,« rief sie, »den Gott mir schickt. Mein Pater, segnet mich!«

Spee hob die Augen auf zum Himmel. »Gott segne dich,« sprach er. »Und wenn mein Segen je auf ein frommes Herz fiel, so gelte er heute vor Gott.«

Der alte Gering sah mit feuchtem Auge seine Tochter auf dem Estrich knien.

»Elsa,« sprach er zitternd.

»Mein Vater!«

Der Alte weinte bitterlich, als er des Lieblings Haupt an seine Brust drückte.

»O weine nicht, du treues Herz,« sprach Elsa; »nun hat die Träne jegliches Recht verloren. Wir gehen hinüber, Vater, zu unserem Gott, zum Licht, zum Paradiese. Miß nicht die Zeit, die uns noch an die Erde bindet; gedenke nicht der Augenblicke, da noch der Leib der Seele Schwingen hemmt. Der Tod — das Grab, sie sind für uns goldene Schlüssel zu einem Liebesleben, das nimmermehr durch ein Leid uns stört. — Wie gut du bist, du lieber, lieber Vater, du suchst dein Kind im Kerker heim! Sei nur getrost, es naht die Zeit, da die Schwalbe in die Heimat kehrt!«

»Du bist die Schwalbe,« bestätigte tiefbewegt der Alte, »und der Himmel ist dein Heim. Fürwahr, du bist zu gut für diese Erde!«