Endlich, endlich! Von irgend einem Turm schlug es fünf Uhr.

Was das für ein vornehmes Viertel war, in dem mein Vater wohnte! Und ich? Pfui Teufel! Ich habe mir in meinem ganzen Leben kaum zweimal Bücher und Noten kaufen dürfen. (Herrgott! Ich bin der Leihbibliothek noch Geld schuldig!) Und mit dem Sattessen ist es auch nicht weit her. Selbst als Kind, als Kadettenschüler, Sonntags vom häuslichen Tisch stand ich hungrig auf. Wie gerne hätte ich ein Stückchen Fleisch noch auf den Teller gelegt, oder gar einen Kolatschen, eine Buchtel! Vielleicht auch würde es mir die Mutter nicht verwehrt haben. Aber ich war so bescheiden, so feige bescheiden!

Bitterkeit!

Ach, was hatte das alles zu bedeuten? War doch der Tag gekommen.

— Einst wird kommen der Tag —

Ist das nicht der schönste Vers aus dem ganzen Homer? Dreizehn Jahre bin ich alt gewesen, als ich über diesen einzigen Vers Tränen unverständlicher Wonne vergoß.

Ich mußte stehen bleiben:

„Leb wohl, alle Schönheit dieser Welt!“

Eine halbe Stunde ging ich vor dem Haus, das eins der schönsten des ganzen Gesandtschaftsviertels war, auf und ab. Dann trat ich in die Portierloge.

„Ist die Generalin zu Hause?“