Daß das Gesagte bei Ihnen gewissermaßen eingetreten ist und auch bestraft wurde, ist hieramts bekannt.

Sie sehen, Herr Parricida, ein Staatsanwalt hat mitunter auch das Zeug zum Verteidiger.

Aber stimmen denn die obengenannten mildernden Umstände für den bestialischen August? War sein Vater nicht ein Bonhomme, eine Art Künstlernatur, ein gutmütiger Witzbold, ein schwächlicher Papa, der niemals Radau machte und die Sauf- und Hurenschulden jenes sauberen Gesellen immer wieder zahlte?“

Erlauben Sie mir, mein Herr Staatsanwalt, hier eine Bemerkung:

Ob der Vater hart oder weichmütig ist, bleibt sich in einem letzten Sinne fast gleichgültig. Er wird gehaßt und geliebt, nicht weil er böse und gut, sondern weil er Vater ist.

Dieses Geheimnis, diese sehr unscheinbare aber recht tiefreichende Erkenntnis habe ich den schwersten Stunden meines Lebens zu verdanken, vor allem einer Stunde, wo viel vom Wesen der Welt sich meinem Gefühl enthüllte.

Sie fragen:

„Wenn der Haß gegen die Väter ein allgemeines Naturgesetz ist, unter dem die Söhne stehen, warum bringen nicht mehr Söhne ihre Väter um, warum ist im Rechtsbewußtsein der Zeiten der Vatermord seit je der scheußlichste der Morde geblieben? Antworten Sie: Warum bringen nicht mehr Söhne ihre Väter um?“

Ich aber sage Ihnen:

Sie bringen sie um!