Ich ging weiter. Sehnsucht erfaßte mich nach dem Vater meiner Kindheit, nach dem Plagegeist meiner Knabenjahre.
Ich sah das gelbe, schneidige Gesicht mit dem aufgezwirbelten Schnurrbart. Aber er war doch nahe gewesen, so nahe! Und ich hatte es gefürchtet, aber so, wie man Gott fürchtet.
Werde ich je loskommen? Ist das Wahnsinn?
Ich beschloß am Abend zu Hause zu bleiben. Es ist ja gleichgültig, wo ich wohne.
Ich gedachte meiner Mutter.
Sie hatte mir manchmal die Haare gewaschen.
Am Abend, pünktlich, erschien ich dennoch in der Wohnung des Generals. Es war das Haus eines reichen Mannes, fast ein Palais. Vornehme Kandelaber brannten auf der läuferbelegten Treppe. Eine Ordonnanz, die großen Bauernhände in Zwirnhandschuhen, geleitete mich in ein Zimmer, wo ich eine halbe Stunde warten mußte.
Der General erschien in einer rotseidenen pelzverbrämten und reichverschnürten Haus-Litewka, seine wohlangepreßten weißen Haare dufteten, auf seinen Fingern waren Ringe lebendig, doch sein Blick und sein Gehaben schien nicht weichlicher geworden zu sein, nur zurechtgeglättet und gehauter.
Einen Augenblick wich meine Abscheu der Wehmut. Noch immer war die böse Kindheit ein großes Tor, durch das ich allabendlich heimkehrte.