„Bitte! Wir gehen zu meiner Frau,“ sagte der Vater, der in strenger Erfüllung seiner Karriere jetzt auch schon den leicht-ungarischen Akzent angenommen hatte, wie er zugleich das aristokratische Reiterblut und den überlegenen strategischen Kopf kennzeichnet.
In einem der Zimmer kniete eine lange, eckige Person vor dem Marienbild. Sie erhob sich rasch und zeigte platte Formen und in aufgebauter Frisur hochblond gefärbtes Haar.
„Dies hier ist Karl, Fürstin“, stellte mich der General meiner neuen Mutter vor. Ein süßliches Lächeln, Goldzähne bleckten mich an und ein Hals zeigte, trotz Perlenschnur und Diamantkreuz, seine gelben Falten.
Mit Pomp trat die Frau auf mich zu und erwiderte meinen sehr gemessenen Handkuß mit einem verwandtschaftlichen Kreuz, das sie mir flüchtig über die Stirne schlug.
„Gott segne Sie, Karl Johann,“ begann sie, indem sie versuchte, die Begrüßung zu einer Szene aufzubauschen, „es war nicht recht von Ihnen, daß Sie uns erst jetzt die Gelegenheit geben, einander kennenzulernen.“
Sie wartete auf ein Wort von mir. Ich schwieg kalt und verstockt. Die Krähenfüße in den Augenwinkeln der Generalin verschärften sich. Ihre Falten wurden noch falscher als vorhin. Sie schlug einen neuen Kurs ein.
„Ihr habt mich überrascht!“ sagte sie voll Geheimnis, „ich habe mir nämlich eben von der Muttergottes was Schönes ausgebeten!“
„Was denn, Natalie?“ fragte der General, der seiner Frau gegenüber einen kleinlauten Eindruck machte.
„Aber du weißt doch, Charlie, der gestrige Kurssturz.....“
Sie wandte sich zu mir.