Vergessen Sie das nicht! Er selbst hat es mir in einer Stunde erbitterter Kränkung über Sie versichert.

Sie sind ihm Dank schuldig. Er hat Ihnen das Leben gegeben. Er hat Ihnen eine standesgemäße Erziehung zuteil werden lassen, seine Aufmerksamkeit nie von Ihnen abgezogen, und Sie gefördert, wo es nur anging.

Und wie haben Sie es ihm vergolten? Durch Kälte, Indolenz und durch eindeutiges Fernbleiben!

Sollten Sie allein es sein, der nicht weiß, daß Feldmarschalleutnant Duschek nicht nur einer der ausgezeichnetsten Führer unserer Armee, sondern auch der beste Mensch ist, der überhaupt lebt?

Und dann! Ihr Vater ist krank, sehr schwer krank, und Gott allein weiß, ob er uns lange noch erhalten bleibt.

Hüten Sie sich vor der Reue, die einst dem ungetreuen Sohn schwer auf der Seele lasten müßte. Noch ist es Zeit, vieles gut zu machen, durch einen herzhaften, gütigen Schritt Mißverständnisse aus dem Weg zu räumen. Noch ist Zeit! Das ist es, was ich Ihnen in mütterlicher Freundschaft sagen wollte.

Ihre Natalie.“

Ich warf den Brief wütend in einen Winkel. Wohltäter? Über diese ungeheure Frechheit hätte man sich totlachen können! Aber — er ist krank, — und ich wußte es nicht.

Welche Leiden muß er wohl in den Nächten erdulden? Vielleicht hilft ihm Brom und Morphium nichts mehr.