„Attentat?“

Sinaïda sah mich langsam an:

„Wie unsachlich sind doch die Männer, die Sachlichen, die Objektiven? Noch kein Mann hat etwas Gutes und Schlechtes, etwas Großes oder Niedriges aus einem anderen Grunde getan, als sich selbst zu erhöhen. Was sind denn all eure Entschlüsse und Taten wert? Ich habe noch keinen Mann gesehen, der wirklich gelitten hätte! — Ihr könnt an nichts anderem leiden, als an der Erniedrigung eurer Persönlichkeit. Und darum mißhandelt ihr die Welt so!“

„Gibt es denn ein anderes Leiden?“

„O, es gibt nur ein Leiden. Dieses Wort müssen Sie aber sehr weit verstehen! Das Leiden der Mütter!“

„Kennen Sie dieses Leiden, Sinaïda?“

„Ich kenne dieses Leiden.“

„So sind — so — so waren Sie selbst Mutter?“

Sinaïda fuhr langsam mit der Hand über ihr Haar. Dann sagte sie sehr einfach: „Nein!“