„In zwei Tagen werden Sie einen Revolver abdrücken! Aber ich warne Sie! Klopft es in Ihrem Zimmer des Nachts, als wären die Wände hohl? Sind Sie in der Dämmerung auf der Hausstiege einem alten Herrn begegnet, der ein trauriges Gesicht macht und dessen Schritte lautlos sind? Meist trägt er einen unmodischen Zylinder. Seine silberne Uhrkette funkelt.“

„Was fragen Sie da?“

„Kennen Sie die Oper Freischütz?“

Freischütz! Ich hörte dieses Wort. Immer wieder begegnet es mir. Ich sah den Vater vor mir, nicht weißhaarig, nein, mit jenem vergangenen gelben Gesicht.

„Ah! Gewiß kennen Sie diese Oper! Da zielt einer — ich weiß nicht mehr worauf — aber, er trifft seine Geliebte. Zum Schluß wird alles gut, weil sich der Himmel einmischt. Aber dennoch, die Freikugel wird von den Mächten gelenkt, höhnisch gelenkt von den Mächten, die in unseren Wänden klopfen, die uns auf den Treppen begegnen....“

„Haben Sie Furcht, ich könnte mit der Bombe mein Ziel verfehlen!“

„O, schweigen Sie!“ flüsterte Sinaïda und preßte den Finger an den Mund. Ihr Blick strahlte irrsinnig: „Auch ich habe geschossen!“

„Sie — Sie?“

Sinaïda schwieg lange: