Ich strengte mein Gehirn an zu ergründen, wann das alles sich begeben hatte, was hinter mir lag. War der Zar schon abgereist? Regierte er überhaupt noch?
Und Sinaïda? Ist etwas geschehen? Angst wollte nicht glauben, daß etwas geschehen sei.
Mit ganz leichten doch unsicheren Gliedern kleidete ich mich an. Den Säbel hatten sie mir weggenommen, oder hatte ich ihn selbst fortgeworfen — wann — damals — gestern?
Nun stand ich auf meinen Füßen.
Übermäßig durchströmte mich Beseligung. Ich trat ans Fenster, zu diesem armen vergitterten Loch, das man in die dicke Mauer gebohrt hatte.
Dennoch überwältigt: „Blauer Himmel! Blauer Himmel!“
O, ich begriff ihn, Christus, den so unbegreiflichen, ich begriff ihn. Du selig schlauer Genießer du! Für die Menschheit sterben! Das glaube ich! —
Plötzlich sah ich eine Konditorei vor mir. Der Ladentisch biegt sich unter der Last von Schaumrollen. Die Generalin in dem neuen schönen Kostüm meiner Mutter schwelgt im Genusse der Näschereien. Ihre gefärbten Haare sind hochauf onduliert. Sie zeigt eine verschrumpfte Zungenspitze, an der ein Tropfen Schlagsahne hängt. „Christus — Christus, exzellent, exzellent,“ lispelt die Generalin und bekreuzigt sich.
Ich rieb mir die Augen. Wie wild du doch spielst, Phantasie! Und dieses Gefühl von Größe und Aufopferung in meinem Herzen!